"Regierungserklärung mit guten Ideen zur Weiterentwicklung des bayerischen Bildungssystems"

Der Bayerische Philologenverband (bpv) hat die erste Regierungserklärung des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Günter Beckstein (CSU) deutlich begrüßt. Erfreut zeigte sich der bpv-Vorsitzende Max Schmidt darüber, dass Becksteins Vorstellungen zur qualitätsorientierten Weiterentwicklung des Bildungssystems in vielen Punkten den Vorstellungen seines Verbandes entsprächen. Beispielsweise liege man in Fragen der Frühförderung wie der größeren Durchlässigkeit des Bildungssystems auf einer Linie. Schmidt begrüßte insbesondere auch Becksteins klares Bekenntnis zum gegliederten Schulwesen. Das sei eine "von der Sache her absolut richtige Grundsatzentscheidung und im Interesse der Schüler und Bayerns."

15.11.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Rahmenbedingungen am Gymnasium zügig verbessern

Mit Blick auf die Gymnasien forderte der bpv-Vorsitzende, nun zügig die Rahmenbedingungen für die G8-Reform zu verbessern. Am Gymnasium fehle es an Sach- und Personalmitteln für den lehrplanbedingten Ganztagsbetrieb: "Wir warten ab, was sich da im Nachtragshaushalt noch ändert." Er verwies in diesem Zusammenhang auf eine repräsentative Umfrage seines Verbandes: "Bayerns Eltern wünschen sich zu 59 Prozent Ganztagsangebote; da bleibt es unverständlich, dass bisher im Nachtragshaushalt nicht einmal Mittel für ein weiteres Ganztagsgymnasium eingestellt sind".

Stundenkürzungen der Qualitätssicherung abträglich

Weiteren möglichen Stundenkürzungen als Problemlösung erteilte der Verbandsvorsitzende vorab eine Absage: "Das G8 hat bereits einen empfindlichen Niveauverlust mit sich gebracht. Jede weitere Stundenkürzung bedeutet Qualitätsverluste, die uns vom Ziel der allgemeinen Hochschulreife entfernen."

Lehrerversorgung langfristig sichern

Schmidt erinnerte zugleich an den drückenden Lehrermangel: "Der Markt ist leergefegt, wir leben von und mit Notmaßnahmen." Schmidt warnte jedoch davor, sich fatalistisch in diesen Zustand zu ergeben: "Wir brauchen endlich einen mittel- und langfristigen Einstellungskorridor, damit sich die jetzige Situation nicht wiederholt." Dass sich in einer heute veröffentlichten Umfrage eines Radiosenders 88 Prozent der Bevölkerung für mehr Lehrer an Bayerns Schulen aussprachen, bewertete Schmidt als "überdeutlichen Hinweis darauf, wo in den nächsten Jahren im Bildungsbereich ein großer Schwerpunkt gesetzt werden muss." Parallel dazu müsse der Lehrerberuf wieder attraktiver werden, um gute Absolventen anzulocken: "Überfüllte Klassen, unbezahlte Mehrarbeit, ein gekürztes Weihnachtsgeld sowie die schleichende Besoldungsentwertung durch langjährige Nullrunden wirken offenbar nicht gerade einladend für unseren Beruf."


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