Rheinland-Pfalz muss auf dem Lehrerarbeitsmarkt konkurrenzfähig bleiben
Während in anderen Bundesländern üppige "Bildungsoffensiven" gestartet werden, die mit vielen Neueinstellungen von Lehrern verbunden sind, laufen in Rheinland-Pfalz allenfalls Abwehraktionen gegen die offene Abwerbung heimischer Berufseinsteiger durch die Nachbarbundesländer.
30.07.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Verband Reale BildungZur Gewährleistung einer vollen Unterrichtsversorgung und zur Schaffung einer festen Vertretungsreserve fordert der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) die Einstellung von 300 zusätzlichen Realschullehrkräften. Gerade im Hinblick auf die Schulstrukturreform und die geplante Individualisierung des Unterrichts ist eine gute Lehrerversorgung im Bereich der künftigen Realschulen plus von großer Bedeutung.
Der VDR-Vorsitzende Bernd Karst kritisiert, dass durch die Landesregierung zunehmend "Patchworkunterricht" initiiert wird. Den im Projekt Erweiterte Selbständigkeit (PES) von den Schulen zur Vertretung eingestellten Lehrkräften fehlt nicht selten die Qualifikation für den Lehrerberuf. Sie sind oft wieder weg, bevor sie sich eingearbeitet haben. Sie dürfen auch Inhalte unterrichten, die dem ausfallenden Fach nicht entsprechen. Darüber hinaus stellt die Schulbehörde zur Verringerung des Stundendefizits Lehrkräfte mit befristeten Angestelltenverträgen ein, also ebenfalls nur Lehrer auf Zeit. Schüler müssen mit "Bildungsmosaiken" zurechtkommen, die von "Patchworklehrern" statt von festen Bezugspersonen vermittelt werden. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Unterrichtsqualität.
Die Landesregierung solle endlich Nägel mit Köpfen machen und ausschließlich Beamtenstellen in ausreichender Zahl vergeben, statt motivierte Berufseinsteiger mit befristeten Angestelltenverträgen abzuspeisen. Genügend Lehrkräfte wird man allerdings nur finden, wenn auch die Besoldung und die Rahmenbedingungen stimmen.
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