Rund 100 000 Kinder freuen sich auf ihren ersten Schultag

Voraussichtlich rund 100 000 Kinder werden demnächst ihren ersten Schultag feiern: Ca. 94 000 an einer Grundschule, 4 300 an einer Sonderschule und 1 700 an einer Freien Waldorfschule. Im Vorjahr, also im September 2008, wurden in die Eingangsklasse einer Grundschule noch 96 417 Kinder eingeschult, 49 073 Jungen und 47 344 Mädchen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, waren dies rund 7 000 (fast 7 Prozent) weniger als im Herbst 2007. Die Zahl der Einschulungen an Grundschulen ist seit dem Schuljahr 2003/04 rückläufig.

09.09.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Im Schuljahr 2007/08 war die dritte und letzte Stufe einer umfangreichen Stichtagsflexibilisierung in Kraft getreten. Seither ist schulpflichtig, wer bis zum 30.09. des Einschulungsjahres das 6. Lebensjahr vollendet hat (und nicht schon im Vorjahr "früh" eingeschult wurde). Dies hat sich auch auf die Rückstellungen ausgewirkt. Von den insgesamt ca. 93 700 erstmals schulpflichtigen Kindern1) wurden im Herbst 2008 rund 10 000 (10,7 Prozent) zurückgestellt. Damit wurde die Rückstellungsquote vom Herbst 2007 nochmals leicht übertroffen. Sie lag damals bei 10,5 Prozent und war die höchste seit 1990. Mädchen wurden im Herbst 2008 (wie im Vorjahr auch) mit 8 Prozent deutlich weniger oft zurückgestellt als Jungen mit 13 Prozent.

Die 96 417 Schulanfänger insgesamt setzten sich zusammen aus 83 696 erstmals schulpflichtigen Kindern (bis zum 30.09.2008 sechs Jahre alt geworden), 3 593 "früh" eingeschulten Kindern (nach dem 30.09.2008 sechs Jahre alt geworden) und 9 128 "spät" eingeschulten Kindern, die im Vorjahr zurückgestellt worden waren.

Der Anteil der früh eingeschulten Kinder war seit der Erweiterung der Schulpflicht bis zum Herbst 2007 rückläufig. Während er von 1994 an zehn Jahre lang kontinuierlich zugenommen hatte bis auf 12 Prozent im Jahr 2004, fiel dieser Anteil auf 9 Prozent im Jahr 2005, 6 Prozent im Jahr 2006 und 3 Prozent im Jahr 2007.

Dieser Abwärtstrend hat sich 2008 nicht fortgesetzt, der Anteil der früh eingeschulten Kinder stieg wieder leicht an auf knapp 4 Prozent.

Der Anteil der spät eingeschulten Kinder ist – ebenfalls im Zusammenhang mit der Erweiterung der Schulpflicht - seit dem Jahr 2005 von 5 Prozent merklich angestiegen auf 6 Prozent im Jahr 2006, 8 Prozent im Jahr 2007 und 9 Prozent im Jahr 2008.

Mädchen gelten offenbar eher als "schulreif": Sie wurden weiterhin häufiger früh und seltener spät eingeschult als Jungen. So wurden im Jahr 2008 von den Jungen 11,6 Prozent, von den Mädchen dagegen 7,3 Prozent spät eingeschult. Früh eingeschult wurden 2,8 Prozent der männlichen Schulanfänger im Gegensatz zu 4,7 Prozent der weiblichen.

Zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen schwankten die Quoten der früh bzw. spät eingeschulten Kinder im Jahr 2008 erheblich. Bei den Früheinschulungen reichte die Spannweite von 1,8 Prozent im Landkreis Freudenstadt bis zu 8,8 Prozent im Stadtkreis Heidelberg. Die Späteinschulungen streuten von 6,5 Prozent in den Stadtkreisen Freiburg und Karlsruhe bis zu 14,0 Prozent im Landkreis Sigmaringen.

Im Jahr zuvor (2007) hatte der Landkreis Freudenstadt ebenfalls die niedrigste Quote der früh Eingeschulten, Heidelberg die zweithöchste nach Baden-Baden. Die anteilsmäßig wenigsten Späteinschulungen hatte 2007 der Stadtkreis Karlsruhe, die meisten wie in 2008 der Landkreis Sigmaringen.

1) Zu den erstmals schulpflichtigen Kindern gehören alle, die bis zum 30.09.2008 das 6. Lebensjahr vollendet hatten (soweit sie nicht schon im Vorjahr eingeschult worden waren). Der Großteil dieser Kinder wurde eingeschult, ein Teil aber auch von der Einschulung zurückgestellt.


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