Schädliche Methode "Lesen durch Schreiben": Schulsenator Rabe hat den Überblick verloren
Es sieht so aus, als hätte Schulsenator Ties Rabe den Überblick darüber verloren, welche Grundschulen noch immer die schädliche sog. "Reichen"-Methode "Lesen durch Schreiben" propagieren. In einer Senatsantwort auf eine aktuelle schriftliche kleine Anfrage, über die die [BILD](http://www.bild.de/regional/hamburg/fehler/schulsenator-blickt-nicht-mehr-durch-41817838.bild.html) berichtet, heißt es aus der Schulbehörde: "Der zuständigen Behörde sind keine Schulen bekannt, die die Methode ´Lesen durch Schreiben` zur Vermittlung der Rechtschreibung systematisch anwenden."
17.07.2015 Pressemeldung "Wir wollen lernen!" - Förderverein für bessere Bildung in Hamburg e.V.Offenbar wissen Schulsenator Rabe und seine Behörde nicht, was in Hamburgs Grundschulen stattfindet oder sie verschließen reformpädagogisch bewusst die Augen vor der Realität. Denn selbst auf den Webseiten diverser reformpädagogisch operierender Grundschulen, vor denen man eigentlich die Eltern in dieser Hinsicht nur warnen kann, propagieren diese Grundschulen ganz offen die insbesondere für sozial benachteiligte Kinder schädliche "Lesen durch Schreiben"-Methode. So schreibt Stephan Pauli, der Schulleiter der Elbkinder Grundschule in Blankenese-Dockenhuden, auf der Webseite der Schule zu dieser Methode:
"Und das sich einmal falsch Geschriebenes für immer festsetzt ist – wie ich Ihnen ja bereits beim Erstklässlerelternabend demonstriert habe - ein Ammenmärchen, ebenso, wie das viel Lesen eine gute Rechtschreibung unterstützt (...)."
Ähnlich deutlich sind auch die sog. "Reformschulen" Grundschule Rellinger Straße, Max-Brauer-Schule und Reformschule Winterhude:
"Wir verwenden diese Methode seit über 25 Jahren einheitlich an unserer Primarstufe. … Ein Vorgehen, das in dieser Form freies Schreiben und passende Rechtschreibübungen kombiniert, ist unserer Meinung nach sehr sozial. Eltern sind unabhängig von sozialen Schichten aufgefordert, solange ein Kind nicht liest, sich beim Korrigieren von Falschschreibungen zurück zu halten, um die Schreiblust der Kinder nicht zu hemmen."
Schulsenator Rabe sollte sich im Interesse der betroffenen Kinder und ihrer Familien endlich des Themas annehmen und eine Abfrage in allen Hamburger Grundschulen veranlassen, ob in diesen noch die schädliche "Lesen durch Schreiben"-Methode eingesetzt wird. Es wird Zeit, dass diese Methode endgültig aus den Unterrichtskonzepten der Grundschulen verbannt wird.
Kinder aus bildungsnahen Familien lernen zwar in der Regel trotz dieser Methode dank familiärer Unterstützung früher oder später Lesen und Schreiben. Es sind jedoch gerade die Kinder aus sozial benachteiligten Familien und aus Familien, in denen zuhause nicht deutsch gesprochen wird, die durch die "Lesen durch Schreiben"-Methode benachteiligt werden. Diese Kinder haben es verdient, von gesellschaftspolitisch durchdrungenen Reformpädagogen jedenfalls in der wichtigen Anfangsphase ihres Schullebens verschont zu bleiben, in der es vor allem darum geht, die wesentlichen Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen sicher und fehlerfrei zu erlernen.
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