Schleswig-Holstein braucht mehr Gebundene Ganztagsschulen

"Offene Ganztagsschulen sind besser als gar keine Ganztagsangebote an Schulen. Jubelfanfaren sollte die Bildungsministerin aber erst dann ausstoßen, wenn statt offener Ganztagsschulen die pädagogisch überlegenen Gebundenen Ganztagsschulen zum schulischen Alltag in Schleswig-Holstein gehören", sagte Matthias Heidn, GEW-Landesvorsitzender am Dienstag, 29. Januar 2008 in Kiel. Nur Gebundene Ganztagsschulen böten ein rhythmisiertes Ganztagstagskonzept, in dem sich Lern- mit Entspannungs- und Bewegungsphasen ganztägig abwechselten.

29.01.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Der GEW-Landesvorsitzende forderte die Landesregierung auf, ein langfristiges Ganztagsschulkonzept vorzulegen: "Es reicht nicht den 23 Gebundenen Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein bis zu 15 weitere hinzu zu fügen, wie das die Landesregierung plant. Ziel muss es sein, im kommenden Jahrzehnt aus mindestens jeder dritten Schule eine Gebundene Ganztagsschule zu machen." Um den veränderten Schulalltag zu gestalten, bräuchten die Schulen mehr Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte. Um die Freizeitangebote sollten sich dann zusätzlich Menschen mit besonderen Talenten – zum Beispiel Sportler, Künstler, Handwerker – kümmern.

"Offene Ganztagsschulen bleiben letztlich nur institutionalisierte Notlösungen", so Matthias Heidn. Trotz des großen Engagements von Lehrkräften, Eltern, Fördervereinen und Trägern liegen für ihn die Defizite auf der Hand: Die Teilnahme ist freiwillig; Kosten für Mittagessen und teilweise auch für die Nachmittagsangebote müssen die Eltern tragen; die Angebote sind in der Regel nur unzureichend mit dem Vormittagsunterricht verzahnt; die Qualifikation von Honorarkräften und Elternhelfern ist nicht immer gegeben; es gibt keine angemessene Vergütung.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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