Schluss mit dem Krieg gegen die Gesamtschulen

"Der Philologenverband will einen neuen Schulkrieg in Niedersachsen auslösen, indem er die Abschaffung der Gesamtschulen fordert", erklärt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Eberhard Brandt. Dieser kleine Verband könne es offensichtlich nicht ertragen, dass mit der wachsenden Zahl der Gesamtschulen eine Konkurrenz zu seiner Vorstellung von gymnasialer Bildung an Bedeutung gewinne.

04.12.2009 Pressemeldung GEW Niedersachsen

Immer mehr Eltern suchten in Stadt und Land eine Alternative auf dem Weg zum Abitur, wie die Anmeldungen zu den Gesamtschulen zeigten. Auch die Abstim¬mungen der Grundschuleltern seien eindeutig: Bei immer mehr Schulträgern wollen Eltern Gesamtschulen als Alternative zum gegliederten Schulsystem. Kombinierte Haupt- und Realschulen entsprächen dem Bedürfnis der Eltern und Schulträger nicht. Das zeige die Entwicklung in anderen Bundesländern.

"So eine dreiste Missachtung des Elternwillens hat es in Niedersachsen noch nicht gegeben!", kommentiert Eberhard Brandt. Ausgemachter Quatsch sei die Behauptung der Philologen, die natürliche Begabungsgrenze für gymnasiale Bildung läge bei 30 Prozent. Offenbar sollten die von Ministerpräsident Wulff angekündigte "Nachjustierung des Elternwillens" und das Abschulen nach der 5. Jahrgangsstufe dem Ziel dienen, die Gymnasialquote von 42 Prozent auf die Wunschquote der Philologen zu reduzieren.

Eberhard Brandt: "Es ist an der Zeit, dass die Konservativen endlich ihren Frieden mit den Gesamtschulen machen. Dazu gehört auch, dass die Behinderung der Neugründungen und das Turbo-Abitur zurückgenommen werden."

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