Statistik

Fast 200.000 Schüler in Hamburg

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Hamburger Schulen steigt weiter. Nach der von Schulsenator Ties Rabe jetzt vorgestellten Schuljahresstatistik für das laufende Schuljahr 2019/20 ist die Schülerzahl gegenüber dem Vorjahr um 2.332 gestiegen und hat mit 199.371 Schülerinnen und Schüler die 200.000er Marke nur knapp verfehlt.

12.02.2020 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
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Damit haben Hamburgs Schulen in den letzten zehn Jahren fast 20.000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler aufgenommen, das sind mehr als im gesamten Bezirk Bergedorf zur Schule gehen. Erstmals seit ihrer Einführung verzeichnet die Stadtteilschule mehr Anmeldungen in Klasse 5 als das Gymnasium. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler auf privaten Schulen sank dagegen erstmalig unter zehn Prozent. Nur noch 19.743 Schülerinnen und Schüler (9,9 Prozent) besuchen im aktuellen Schuljahr eine nichtstaatliche Schule.

Gegenüber dem Vorjahr steigt die Schülerzahl um 2.322, das sind genug Schülerinnen und Schüler für eine neue weiterführende Schule und vier neue Grundschulen. Besonders stark wachsen die Eingangsklassen der Grundschule. So legt die Vorschule von 9.288 auf 9.596 Kinder um 308 Kinder zu (+ 3,3 Prozent). In der ersten Klasse der Grundschule stieg die Schülerzahl von 16.673 auf 17.285 um 612 Kinder (+ 3,6 Prozent). Schulsenator Ties Rabe: „Das ist der höchste Zuwachs in der ersten Klasse, den wir in den letzten 20 Jahren hatten. Hier zeigt sich sehr deutlich das starke Wachstum der Schülerzahl in Hamburg, das bei den Kleinsten beginnt. Dank unserer Schulbauoffensive ist es jedoch gelungen, den Anstieg der Schülerzahlen gut aufzunehmen. Hamburgs Schulen sind heute großzügiger und schöner als vor zehn Jahren. Dafür hat der Senat seit 2011 mehr als drei Milliarden Euro investiert.“ In den letzten zehn Jahren wuchs die Schülerzahl um 19.806 Kinder und Jugendliche, das ist ein Plus von 11,1 Prozent.

Mehr Lehrkräfte garantieren weiterhin kleine Klassen
Trotz dieses Anstiegs lernen Hamburgs Schülerinnen und Schüler weiterhin in kleinen Klassen von durchschnittlichen 20,9 Kindern an den Grundschulen, 23,8 an den Stadtteilschulen und 26,2 an den Gymnasien. Schulsenator Ties Rabe: „Wir wollen die kleinen Klassen und die guten Lernbedingungen trotz des erheblichen Anstiegs der Schülerzahlen beibehalten. Deshalb haben wir allein im letzten Jahr 300 zusätzliche Pädagoginnen und Pädagogen eingestellt und ihre Zahl von 18.125 auf 18.425 erhöht. Im Vergleich zu 2010 arbeiten an den Schulen rund 3.000 zusätzliche Pädagogen, unter Einberechnung der Nachmittagsbetreuung sind es sogar rund 4.500 Pädagogen mehr. Das ist eine Steigerung um fast 30 Prozent, deutlich mehr als die Steigerung der Schülerzahl um rund elf Prozent.
                                                                                                                                            
Die meisten Lehrkräfte gibt es mit 5.614 an den Stadtteilschulen, gefolgt von den Grundschulen mit 5.301, den Gymnasien mit 3.584 und den Förderschulen mit 1.411 Stellen. Zusätzlich zu den 15.910 Lehrerstellen an den allgemeinbildenden Schulen kommen noch 2.515 Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen. Dementsprechend ist auch die Relation von Pädagogen zu Schülern an den staatlichen allgemeinen Schulen mit im Schnitt rund 12,8 Schülerinnen und Schülern je Lehrkraft im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. Die beste Personalausstattung der allgemeinen Schulen haben nach wie vor die Stadtteilschulen, in denen ein Pädagoge rechnerisch durchschnittlich 10,8 Schülerinnen und Schüler betreut, es folgen die Grundschulen (1:12,4) und die Gymnasien (1:15,1).

Stadtteilschule legt zu
Im aktuellen Schuljahr hat die Stadtteilschule in den Eingangsklassen erstmalig das Gymnasium eingeholt und minimal übertroffen: 50,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Jahrgangstufe 5 haben die Stadtteilschule gewählt, 49,6 Prozent das Gymnasium. Dabei sah es lange Zeit nach einem ungebremsten Boom für das Gymnasium aus: Bei Einführung der Stadtteilschule 2010 hatten lediglich 45,7 Prozent aller Schülerinnen und Schüler diese Schulform angewählt, womit diese fast zehn Prozentpunkte hinter dem Gymnasium lag, das damals 54,3 Prozent der Fünftklässler angewählt hatten. Das war Anlass für eine Reihe von Verbesserungen für die Stadtteilschulen: So hat die Stadtteilschule kleinere Klassen und rund 35 Prozent mehr Pädagoginnen und Pädagogen als ein gleich großes Gymnasium. Schulsenator Ties Rabe: „Ich freue mich, dass die Stadtteilschule inzwischen eine hohe Akzeptanz in Hamburg hat. Stadtteilschule und Gymnasium sind zwei gleichwertige Schulformen, die hervorragende Bildungschancen bieten. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen.“ 

Weniger Schüler an Privatschulen
Der Anteil der Schülerinnen und Schüler an Hamburger Privatschulen ist erneut leicht gesunken und jetzt mit 9,9 Prozent erstmalig wieder unter die zehn Prozent-Marke gerutscht. Ursache dafür sind unter anderem die Schließungen einiger katholischer Privatschulen. Bereits in den letzten Jahren war der Anteil von 10,4 auf 10,1 Prozent zurückgegangen. Der öffentlich immer wieder diskutierte Anstieg der Schülerzahlen an Privatschulen lässt sich somit in Hamburg nicht beobachten.

Mehr als 50 Prozent der Hamburger Erstklässler haben Migrationshintergrund
Mehr als die Hälfte der Hamburger Erstklässler haben Migrationshintergrund, das heißt, dass wenigstens ein Elternteil oder das Kind im Ausland geboren ist. Hamburg liegt damit in der Spitzengruppe aller Bundesländer. Im Schuljahr 2012/13 lag der Migrationsanteil in Klasse 1 noch bei 39,4 Prozent. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die zu Hause nicht oder überwiegend nicht Deutsch sprechen, ist mit 27,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (26,7 Prozent) weiter gestiegen. Schulsenator Ties Rabe: „Wir sollten die Zuwanderung als eine Chance für Hamburg sehen. Ohne Zuwanderung wären Hamburgs Schulen öd und leer, und Hamburg wäre eine schrumpfende Stadt voller Probleme. Deshalb tun wir sehr viel für eine gute Integration, und unsere Schulen geben mit kostenlosen Ganztagsangebote, kleinen Klassen und zusätzlicher Sprachförderung allen Kindern sehr viel Rückenwind. Damit alle noch besser Deutsch lernen, verbessern wir jetzt die Bildungspläne der Vorschule und setzen neue Methoden zur Leseförderung ein.“

Internationalen Vorbereitungsklassen und Basisklassen
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den besonderen Klassen für Flüchtlinge und Zugewanderte sinkt weiter. Zum aktuellen Schuljahr ist die Zahl um 842 auf aktuell noch 2.126 Schülerinnen und Schüler gesunken. Damit hat sich die Zahl sei dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2016, als insgesamt 4.527 Schülerinnen und Schüler in sogenannten internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) und Basisklassen lernten, mehr als halbiert und ist auch unter das Niveau der Jahres 2015 (2.622) gesunken. Insgesamt 110 Hamburger Schulen führen noch IVKs und Basisklassen: 42 Grundschulen, 39 Stadtteilschulen und 29 Gymnasien. 

Schulabschlüsse an allgemeinbildenden Schulen
Im letzten Jahr haben 16.580 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen verlassen. Mit 53,4 Prozent (8.855 Schülerinnen und Schüler) haben die meisten Schulabgänger das Abitur gemacht. Anteilig ist das zwar etwas mehr als in den beiden Jahren zuvor (2016/17: 52,7 Prozent; 2017/18: 52,3 Prozent), doch die Abiturquote liegt seit rund acht Jahren stabil zwischen 51 und 55 Prozent. Erstmalig haben mehr Schülerinnen und Schüler einen ersten Schulabschluss gemacht als einen mittleren Schulabschluss: Den mittleren Schulabschluss erreichten 17,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler, den ersten Schulabschluss 18,1 Prozent. Von den rund 1.350 Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf schafften rund 790 einen Schulabschluss. Erfreulich entwickelt sich die Quote der Schulabbrecher: Nur noch 978 Schülerinnen und Schüler (5,9 Prozent) haben die allgemeinbildende Schule ohne Schulabschluss verlassen, darunter rund 550 mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Viele der Abgänger ohne Schulabschluss holen diesen in einer berufsbildenden Schule nach. 

Schulabschlüsse an berufsbildenden Schulen
An den berufsbildenden Schulen haben insgesamt 3.642 Schülerinnen und Schüler zusätzlich zum Abschlusszeugnis der Ausbildung auch einen allgemeinbildenden Schulabschluss gemacht. Davon haben 588 Schulabbrecher erstmals einen ersten allgemeinbildenden Schulabschluss erworben. Weitere 1.459 Schulabgänger verbesserten sich auf einen mittleren Schulabschluss, 1.226 auf die Fachhochschulreife und 369 auf das Abitur. Insgesamt gab es im letzten Jahr 16.573 Absolventinnen und Absolventen der berufsbildenden Schulen. 

Deutlich steigende Anfängerzahlen in der Ausbildung Erzieher und Pflegeberufe
Die Zahl der Ausbildungsanfänger an den berufsbildenden Schulen in Hamburg steigt seit einigen Jahren deutlich. Besonders Pflege- und Erzieherberufe sind weiterhin im Trend. So absolvieren im aktuellen Schuljahr 5.771 Schülerinnen und Schüler eine Aus- und Weiterbildung zu Erzieherinnen und Erziehern sowie sozialpädagogischen Assistenzen. Das sind 406 mehr als im Vorjahr. Ähnlich sieht es bei den Pflegeberufen Altenpflege, Altenpflegehilfe, Gesundheits- und Pflegeassistenz, Haus- und Familienpflege und Pflegeassistenz Haus- und Familienpflege aus. Hier sind aktuell 2.196 Schülerinnen und Schüler in der Ausbildung, 161 mehr als im Vorjahr.

Der Anstieg ist auf Maßnahmen zurückzuführen, mit denen Schul- und Sozialbehörde mehr Fachkräfte für die Kindertagesstätten ausbilden wollen. So wurde sowohl Abiturienten als auch Hauptschülern der Zugang in die Ausbildung erleichtert. Gleichzeitig wurde die Ausbildung attraktiver gemacht: Dank neuem Meister-Bafög und berufsbegleitender Ausbildung wurden Auszubildende im Rahmen der schulischen Ausbildung finanziell deutlich bessergestellt.

Erneut mehr Gastschüler aus Schleswig-Holstein
Die Zahl der Gastschüler an staatlichen Hamburger Schulen aus Schleswig-Holstein ist erneut von 2.529 auf 2.700 gestiegen. Infolge des Gastschulabkommens mit Schleswig-Holstein, das allen Kindern und Jugendlichen sowohl Hamburgs als auch Schleswig-Holsteins freien Zugang zu den Jahrgangsstufen 5 und 11 der allgemeinen Schulen des jeweiligen Nachbarbundeslandes gewährt, hat sich die Anzahl der Schüler aus Schleswig-Holstein erhöht, und zwar vorwiegend, weil Schüler aus Schleswig-Holstein im Übergang in die Oberstufe auf eine Hamburger Schule wechseln. Die zweitgrößte Gruppe stammt wie in den Vorjahren aus Niedersachsen (499 Schüler). Insgesamt gibt es aktuell 3.224 Gastschüler aus den benachbarten Bundesländern in Hamburg.

Hier finden Sie alle Zahlen der Schuljahresstatistik sowie weitere Informationen zu Hamburger Schulen.


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