Schülerrückgang hält zum Schuljahr 2008/2009 an

Im Schuljahr 2008/2009 werden im Land Brandenburg ca. 287.000 Schülerinnen und Schüler die Schulen besuchen, im Schuljahr 2007/2008 waren es noch knapp 302.000. Damit verringert sich die Gesamtschülerzahl um ca.15.000.

27.08.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

In der Primarstufe lernen ca. 118.400 Schülerinnen und Schüler. Das sind etwa 2.000 Schüler mehr als im Schuljahr 2007/08 mit 116.355. Die Einschulungen mit ca. 19.400 bewegen sich auf der Höhe des Vorjahres. Auch in den nächsten Jahren werden sich die Einschulungszahlen um 20.000 einpendeln.

Obwohl die Schülerzahlen in der Primarstufe in den vergangenen Jahren kontinuierlich leicht zugenommen haben, sinkt die Gesamtschülerzahl weiter. Zwar ist der weitere Rückgang der Schülerzahlen in der Sekundarstufe I um ca. 500 Schüler auf etwa 67.000 nur noch gering, der Rückgang setzt sich mit ca. 7.000 nun aber in der gymnasialen Oberstufe fort, die im Schuljahr 2008/09 einen Wert von etwa 34.400 erreicht.

Auch an den beruflichen Schulen (ohne berufliche Gymnasien) des Landes setzt im Schuljahr 2008/2009 ein deutlicher Rückgang der Schülerzahlen ein. Mit ca. 64.700 haben die beruflichen Schulen 9.000 Schülerinnen und Schülern weniger als im Vorjahr mit 73.800. Wie in der gymnasialen Oberstufe bewirken auch hier die geburtenschwachen Jahrgänge den kontinuierlichen Rückgang.

Die Zahl der Vollzeit-Lehrerstellen liegt im Schuljahr 2008/2009 bei ca. 17.300. Das sind etwa 950 weniger als im Schuljahr 2007/2008. Auf die Zahl der Schüler an öffentlichen Schulen bezogen, ergibt sich damit nahezu die gleiche Ausstattung wie im Vorjahr. Trotz des noch bestehenden Lehrerüberhangs werden in Brandenburg zu Beginn bzw. im Verlauf des Schuljahres im Rahmen des Einstellungskorridors ca. 200 Lehrkräfte neu eingestellt.

Entwicklungen im brandenburgischen Schulnetz

Im allgemeinbildenden öffentlichen Bereich gibt es im Schuljahr 2008/09

  • 448 Grundschulen (einschl. Grundschulteilen an Grund- und Oberschulen oder Grund- und Gesamtschulen),
  • 119 Oberschulen,
  • 25 Gesamtschulen,
  • 78 Gymnasien,
  • 16 berufliche Gymnasien an OSZ,
  • 93 Förderschulen.

Ausblick

Im Grundschulbereich gibt es keine demografiebedingten Schließungen mehr. Die Veränderungen bewegen sich im Bereich normaler regionaler Entwicklungen. In der Sekundarstufe I müssen in den nächsten beiden Jahren voraussichtlich noch 4 Oberschulen und 5 Gymnasien geschlossen werden, wobei der Auflösungsprozess in allen Fällen bereits eingeleitet ist. 2 Gymnasien und 3 Oberschulen, die in diesem Jahr keine 7. Klassen einrichten konnten, haben gute Chancen, im nächsten Ü 7-Verfahren wieder auf genügend Schülerinnen und Schüler zu kommen. Im Berliner Umland werden aufgrund starken Zuzugs in den nächsten Jahren 2 Gymnasien (in Falkensee und im Raum Kleinmachnow, Stansdorf, Teltow) neu errichtet. 5 Gesamtschulen, die in diesem Jahr keine Jahrgangsstufe 11 einrichten konnten, werden im Schuljahr 2009/10 gesetzlich in Oberschulen gewandelt. Ob weitere Gesamtschulen und berufliche Gymnasien an OSZ aufgrund des Schülerzahlenrückgangs in die Gefahr geraten, die gymnasiale Oberstufe zu verlieren, lässt sich gegenwärtig noch nicht genau abschätzen. Ziel ist es aber, möglichst viele dieser gymnasialen Oberstufen zu erhalten. Mit diesen Maßnahmen ist aus Sicht der Schulentwicklungsplanung der Prozess der Anpassung des Schulnetzes an die demografische Entwicklung im Bereich der allgemeinbildenden Schulen abgeschlossen.

Zuwächse bei Schulen in freier Trägerschaft

Das Netz der allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft wird zum nächsten Schuljahr nach vorläufigen Daten insgesamt 114 Schulen umfassen. Im vergangenen Jahr waren es 100. Dabei handelt es sich um

  • 53 Grundschulen (vorher 49),
  • 22 Gymnasien (vorher 19),
  • 28 weiterführende Schulen in der Sekundarstufe I ( vorher 21),
  • 11 Förderschulen (keine Änderung).

Nach bundesweiten Vergleichszahlen zu Schulen in freier Trägerschaft, die (unter Einbeziehung beruflichen Schulen) bisher nur für das Schuljahr 2006/07 vorliegen, überschreitet Brandenburg beim Anteil der Schulen den Bundesschnitt mit 11,1% zu 10,4% inzwischen leicht; beim Anteil der Schüler liegt Brandenburg mit 6,2% zu 7,3% noch unter dem Bundesschnitt. Da aber zahlreiche der freien Schulen noch im Aufwuchs begriffen sind, wird Brandenburg auch hier bald zum Bundesschnitt aufschließen.


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