Schul-TÜV in Brandenburg startet
Um die Qualität von Schulen im Land Brandenburg zielgerichtet zu verbessern, werden ab dem neuen Schuljahr sogenannte Visitationsteams die Schulen vor Ort begutachten. Mit einer Auftaktveranstaltung im Landesinstitut für Schule und Medien startet heute die Qualifikationsphase der Mitglieder im Visitationssystem. Das Visitationssystem stellt eine Art "Schul-TÜV" für die brandenburgischen Schulen dar.
12.08.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg"Jede Schule im Land Brandenburg soll von den externen Gutachtern des Schul-TÜV in regelmäßigen Abständen auf Herz und Nieren geprüft werden", sagt Bildungsminister Steffen Reiche. "Zentrales Instrument unserer externen Evaluation sind die Visitatoren, die die Schulen unter die Lupe nehmen und anschließend konkrete Verbesserungsvorschläge unterbreiten."
Ein Visitationsteam besteht in der Regel aus zwei Personen: Einer ausgewiesenen pädagogischen Fachkraft und einem Vertreter der Schulaufsicht aus dem Staatlichen Schulamt.
"Sie werden als Erste im Land Brandenburg nach Absolvierung der heute gestarteten Qualifizierung in einem absehbaren Zeitraum eine Fülle von Informationen über die Höhen und Tiefen der Brandenburger Schule zusammentragen, aufgrund derer sich die Arbeit der Schulen und auch der Schulaufsicht grundlegend verändern wird", sagte Bildungsminister Reiche zu den Visitatoren auf der heutigen Auftaktveranstaltung im LISUM. "Es wird künftig verlässliche belegbare, fachlich begründete Aussagen über die Unterrichtsqualität geben. Es werden klare Aussagen über besondere Probleme der Leistungsspitzen und der Leistungsnachhut zur Verfügung stehen. Jede Schule wird praktische Qualitätsrückmeldungen erhalten und eine Stärken- und Verbesserungsanalyse des eigenen Arbeitsstandes erarbeiten. Über regelmäßige Feedbacks, Leistungsbilanzen und Überprüfung der eigenen Ziele wird die Schule in die Lage versetzt, gezielt über die Arbeit an Schwerpunkten Qualität im Sinne von Guter Schule zu erreichen."
Im ersten Schulhalbjahr 2004/2005 werden sieben Visitationsteams auf ihre Arbeit vorbereitet. Im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2004/2005 werden diese in einer Pilotphase 30 Schulen im Land Brandenburg begutachten. Sie stützen sich bei ihrer Überprüfung der Schulqualität auf einen "Orientierungsrahmen für Schulqualität", der 2003 in Niedersachsen entwickelt wurde und Erfahrungen aus den Niederlanden wie auch des Projekts "Internationales Netzwerk Innovativer Schulen" der Bertelsmann-Stiftung aufgenommen hat. Dieser Orientierungsrahmen beschreibt 6 Qualitätsbereiche (Ergebnisse und Erfolge der Schule, Lernkultur - Qualität der Lehr- und Lernprozesse, Schulmanagement etc.), 32 Merkmale (Schulleitungshandeln, Fachkompetenzen, Schlüsselqualifikationen, Unterrichtsorganisation, Lehrerkooperation etc.) und 90 Indikatoren und liefert damit einen klaren Bezugsrahmen für schulinterne aber auch externe Schulevaluationskonzepte.
Die Visitationsarbeit wird so erfolgen, dass die Schule im Vorfeld Daten und Fakten zur Schule in einem Schulportfolio zusammentragen und dies den Visitatoren zuleiten. Nach weiteren abstimmenden Vorgesprächen werden die beiden Visitatoren zwei Tage lang die Schule intensiv in Augenschein nehmen und nach festen Erhebungsbögen begutachten. Zwei Wochen nach dem Visitationsbesuch erhält die Schule einen Bericht über die Ergebnisse der Visitation. Nach einer Stellungnahme der Schule werden der Bericht der Schulvisitation mit der zuständigen Schulaufsicht erörtert und Zielvereinbarungen entwickelt. Künftig sollen jährlich dadurch rund 180 Schulen im Land Brandenburg getestet werden.
"Das Konzept abgestimmter Tests, Vergleichsarbeiten und Prüfungen von der Aufnahme in die Schule bis zum Abschluss wird langfristig die Bilanz der Schulen verbessern und für die Schüler zu besseren Bildungsergebnisse führen", sagt Bildungsminister Reiche.
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