Sachsen

Schulabschluss geschafft: Schüler erfolgreich beim Produktiven Lernen

73 Schüler haben ihren Hauptschulabschluss mit dem Angebot "Produktives Lernen" gut gemeistert. Damit liegt die Bestehensquote des dritten Jahrgangs bei fast 80 Prozent.

27.09.2013 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

"Die guten Ergebnisse knüpfen an den Vorjahren an und zeigen, wie wichtig dieses Projekt für abschlussgefährdete Schüler ist. Sie erhalten eine einmalige Chance, die sie dankbar ergreifen. Deswegen haben wir das Produktive Lernen als dauerhaftes Angebot im sächsischen Schulsystem verankert, denn jeder Schüler zählt", machte Kultusministerin Brunhild Kurth deutlich. Von den 73 Schülern erreichten 13 sogar den Qualifizierten Hauptschulabschluss. Außerdem haben fast alle der insgesamt 92 Schulabgänger des Schuljahres 2012/2013 das Projekt mit einer konkreten Anschlussperspektive verlassen. "Die Schüler können stolz auf ihre Leistungen sein. Mein großer Dank gilt den Lehrern, die ihre Schützlinge bestens auf die Prüfungen und den späteren Berufseinstieg vorbereitet haben. Auch die Praxisbetriebe und Schulträger tragen mit ihrem großen Engagement zum Erfolg der Schüler bei", so die Ministerin.

Produktives Lernen startete 2008 und ist ein Rettungsring für Schüler, die trotz zahlreicher Bemühungen bisher keinen Erfolg in der Schule hatten. "Mit diesem Konzept können wir die Zahl der Schüler ohne Abschluss weiter senken", betonte Kurth. Derzeit lernen ca. 200 abschlussgefährdete Hauptschüler der 8. und 9. Klasse an zwei Tagen der Woche in der Schule, drei Tage verbringen sie an selbst gewählten Praxisplätzen. Mit der teilweisen Verlagerung des Unterrichts in die Praxis soll die Motivation der Schüler einen neuen Schub bekommen und gestärkt werden. "In der Praxis begreifen die Jugendlichen am besten, dass sie nicht für die Schule, sondern für ihr späteres Berufsleben lernen", erklärte Kurth.

Der Schulversuch wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaates Sachsen und wird bis zum Schuljahr 2013/14 einschließlich Kofinanzierung mit insgesamt drei Millionen Euro unterstützt. Zurzeit werden Projektberater ausgebildet, die in Zukunft die Lehrkräfte im Produktiven Lernen unterstützen. Projektträger ist das Berliner Institut für Produktives Lernen in Europa. Das gemeinnützige Institut führt ähnliche Projekte in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Thüringen und Sachsen-Anhalt durch.

Fakten zum Produktiven Lernen

  • Schulisches Angebot für abschlussgefährdete Schüler der Klassenstufen 8 und 9.
  • Der 2-jährige Bildungsgang ist in Trimester gegliedert (also pro Schuljahr drei Etappen).
  • Schüler lernen an zwei Tagen in der Woche in der Schule, an drei Tagen in einem Unternehmen.
  • In jedem Trimester ist man in einem anderen Betrieb. Also: insgesamt sechs verschiedene Betriebe (die Jugendlichen können in Unternehmen, Verwaltungen, Vereinen, soziale und kulturelle Einrichtungen gehen).
  • Stundentafel wird für diese Schüler grundlegend verändert.
  • Unterrichtsfächer sind: Mathematik, Deutsch, Englisch, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Kommunikation. Dazu gehört natürlich auch das Lernen in der Praxis, das ebenfalls bewertet wird.
  • Bestehensquote der ersten zwei Jahrgänge: 2011: 73 Prozent, 2012: 82 Prozent.

Schulen mit dem Angebot des Produktiven Lernens:

  • Dr.-Chr.-Hufeland-Oberschule Plauen
  • Georg-Schumann-Schule Leipzig
  • Georg-Weerth-Oberschule Chemnitz
  • Oberschule Freital-Potschappel
  • Oberschule "Am Holländer" Döbeln
  • 1.Oberschule Hoyerswerda
  • 121. Oberschule Dresden
  • Helmholtzschule Leipzig (neu seit diesem Schuljahr 2013/2014)

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