Schule trotz Hitze

(bikl) Im Saarland soll das bei Schülern beliebte „Hitzefrei“ im nächsten Schuljahr abgeschafft werden. Hessische Schüler hingegen können an besonders heißen Tagen weiter vorzeitig ins Schwimmbad.

28.06.2006 Artikel

Zu Gunsten der „verlässlichen Schule“ hat sich das saarländische Kultusministerium jetzt für die Abschaffung der Hitzefrei-Regelung entschieden. Wie ein Sprecher des Ministeriums erklärte, sollen Eltern sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder in der Schule betreut werden und kein Unterricht ausfällt.

Allerdings sollen bei „Hitzefrei- Temperaturen“ besondere Regelungen gelten. So sollen dann künftig keine Klassenarbeiten geschrieben werden und keine sonstigen schriftlichen Überprüfungen stattfinden. Die Lehrer sollen entscheiden, ob sie während dieser Stunden etwa Unterrichtsstoff wiederholen oder Hausaufgaben erledigen lassen.

Die saarländische SPD kritisierte die Pläne des Ministeriums: Die Schulen sollten weiterhin die Möglichkeit haben, bei zu großer Hitze selbst zu entscheiden, was zu tun ist, sagte der SPD-Bildungsexperte Reiner Braun. Nicht Hitzefrei sei das zentrale Problem, wenn es um Unterrichtsausfall gehe, sondern die Personalplanung der Schulen.

In Hessen hingegen will man an der bisherigen Regelung festhalten. Hier hatte die FDP bemängelt, Hitzefrei vertrage sich nicht mit dem Versprechen der CDU-Landesregierung einer verlässlichen Unterrichtsversorgung ohne kurzfristigen Unterrichtsausfall. Dem hielt der Sprecher des Kultusministeriums, Christian Boergen entgegen, dass Hitzefrei höhere Gewalt sei - wie zum Beispiel auch extremes Glatteis im Winter. Außerdem gebe es eher Elternkritik an zu wenig als zu viel Hitzefrei. Zudem seien die Ganztagsschulen verpflichtet, bei Hitzefrei geeignete Betreuungsmöglichkeiten bis zum Ende der regulären Verweildauer zu organisieren.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz will man an der Hitzefrei-Regelung festhalten, während in Hamburg und Brandenburg Hitzefrei bereits abgeschafft wurde.


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