Prävention

Schulen im Umgang mit Judenfeindlichkeit stärken

Der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung, Uwe Becker, haben sich gestern über Fragen des Antisemitismus und den Umgang mit Judenfeindlichkeit in der Gesellschaft allgemein und mit einem besonderen Fokus auf Schulen ausgetauscht.

03.07.2019 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium
  • © HKM Uwe Becker (l.) und R. Alexander Lorz

„Wir sind uns völlig einig darin, dass die zunehmende Zahl von antisemitischen Vorfällen keine Duldung erfahren darf“, erklärten Lorz und Becker. „Antisemitismus hat an unseren Schulen keinen Platz! Deshalb wollen wir alles dafür tun, dass Schulleitungen, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Judenfeindlichkeit gestärkt und geschult werden“, so Kultusminister Lorz. Uwe Becker zeigte sich beeindruckt von dem, was in den vergangenen 18 Monaten im Schulbereich bereits auf den Weg gebracht wurde: „In dem Bemühen um Aufklärung, Prävention und Sensibilisierung ist Hessen bereits weitvorangekommen.“ Insbesondere die Meldepflicht für antisemitische Vorfälle sei ein wichtiger Schritt, um die Thematik angemessen begleiten zu können, so Becker. Aber auch das Projekt der Netzwerklotsen im Kontext der Extremismusprävention ist hier zu nennen. Dessen Auftakt bildeten vier vollständig ausgebuchte Lehrerfortbildungen zur Antisemitismusprävention.

Herausragend in diesem Jahr sei das in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank und den beiden Kirchen sowie der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland initiierte Konzept zur Antisemitismus-Prävention für Schulen, hoben Lorz und Becker weiter hervor. Dieses richtet sich praxisorientiert sowohl an Lehrkräfte als auch an die Schülerinnen und Schüler. Der Antisemitismusbeauftragte schlug darüber hinaus vor, Begegnungen zwischen Vertretern des Judentums und hessischen Schülerinnen und Schülern zu initiieren, damit nicht nur über Juden geredet wird, sondern mit ihnen. Damit rannte er beim Kultusminister offene Türen ein. Zudem böten auch die Ausstellungen des in Tel Aviv geborenen Frankfurter Fotografen Rafael Herlich einen eindrucksvollen Zugang zu jüdischem Leben in unserem Land und könnten von Schulen in Hessen auch unter Einladung des Fotografen gezeigt und im Unterricht behandelt werden. Außerdem erörterten Lorz und Becker die Idee, bei weiteren Schulen in Hessen für lebendige Partnerschaften mit Schulen in Israel zu werben. Derzeit bestehen hessenweit zwölf solcher Partnerschaften.

„Mit Antisemitismus an unseren Schulen und in unserer Gesellschaft werden wir uns niemals abfinden“, erklärten Lorz und Becker abschließend. „Diejenigen, die hier Unfrieden stiften und Angriffe gegen Juden – egal ob physisch oder verbal – salonfähig machen wollen, werden in Hessen auf heftigen Widerstand stoßen.“


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