Schulen und Arbeitsagentur arbeiten zukünftig enger zusammen

Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Otto-Werner Schade, haben heute (24.11.2008) die "Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung im Bereich der Berufs- und Studienorientierung im Saarland" unterzeichnet. Künftig soll damit allen jungen Menschen ein erfolgreicher Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Erwerbsleben ermöglicht werden. In der Rahmenvereinbarung bekräftigen beide Partner ihr Bekenntnis zu der besonderen Verantwortung, die den Partnern vor Ort zukommt, und legen verbindliche Regelungen für die zukünftige Zusammenarbeit von saarländischen Schulen und der Berufsberatung fest. Mit der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung hat das Saarland eine Vorreiterrolle und ist Vorbild für ähnliche Vorhaben in anderen Bundesländern.

24.11.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Annegret Kramp-Karrenbauer: "Mit dieser Vereinbarung schaffen wir die Möglichkeit, präventiv zu handeln und die saarländischen Schülerinnen und Schüler bereits in ihrer Schulzeit auf den Übergang in das Berufsleben vorzubereiten. Diese enge Kooperation zwischen Schule und Arbeitsagentur ist in dieser Form der Ausgestaltung bislang bundesweit einzigartig."

Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, unterstrich die Bedeutung des präventiven Ansatzes: "Der erfolgreiche Übergang von Schule in den Beruf ist von großer Bedeutung - oft für das gesamte Arbeitsleben. Deshalb engagiert sich die Bundesagentur immer stärker schon ab der 7. Klasse in den Schulen, z. B. im Rahmen der sogenannten vertieften Berufsorientierung oder ab dem kommenden Jahr mit den neuen Berufseinstiegsbegleitern. Damit soll auch die Zahl der Schulabbrecher verringert werden, denn jedes Jahr verlassen bundesweit immer noch 80.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss und haben damit sehr schlechte Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Durch die saarländische Rahmenvereinbarung vertiefen wir die Zusammenarbeit mit den Schulen, um hier auf vielfältige Art den Jugendlichen frühzeitig Hilfe und Orientierung zu geben."

Otto-Werner Schade, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, hob hervor, dass im Rahmen einer intensivierten Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung vor allem jenen Personengruppen eine hohe Bedeutung beigemessen wird, die sich auf ihrem Bildungsweg mit Handicaps auseinandersetzen müssen. "Unser Ziel ist es, durch eine optimierte allgemeine Berufsvorbereitung in der Schule individuelle und gezielte Problemlösungsansätze für den einzelnen Schüler zu entwickeln, was insbesondere benachteiligten Jugendlichen, z. B. jungen Leuten mit Behinderungen oder mit Migrationshintergrund, zugute kommt", hielt Schade fest.

Die Rahmenvereinbarung schreibt fest, dass Schule und Berufsberatung im Prozess der Berufs- und Studienorientierung kooperieren, um allen Schülerinnen und Schülern einen unmittelbar an die Schule anschließenden, erfolgreichen Übergang in Ausbildung oder Studium zu ermöglichen. Damit sollen "Warteschleifen" oder Jugendarbeitslosigkeit vermieden und die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrüche verringert werden. Die Partner sind sich einig, dass einer engen, praxisorientierten Kooperation mit der Wirtschaft dabei eine besondere Bedeutung zukommt. So sollen Angebote flächendeckend an den weiterführenden Schulen realisiert werden. Berufs- bzw. Studienorientierung soll fester Bestandteil sowohl des Schulprogramms als auch der Lehreraus- und -fortbildung werden, wobei die Angebote der Berufsberatung in die schulische Arbeit einzubeziehen sind. Schule und Berufsberatung vereinbaren dazu ein für die jeweilige Schule passendes Mindestangebot. Dabei gilt es, das Berufsspektrum von Mädchen und Jungen um traditionell geschlechtsuntypische Berufe zu erweitern, daher sollen der so genannte MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) bei Mädchen und Berufe im sozialpflegerischen Bereich bei Jungen verstärkt berücksichtigt werden.

Die Kultusministerkonferenz und die Bundesagentur für Arbeit hatten sich 1971 in einer Rahmenvereinbarung zu der gemeinsamen Verantwortung für die Berufs- und Studienorientierung bekannt und Grundsätze für die Zusammenarbeit von Schulen mit der Berufsberatung festgelegt. In der am 15. Oktober 2004 in Mettlach-Orscholz erneuerten Vereinbarung zwischen KMK und Bundesagentur für Arbeit wurde die Absicht zur Zusammenarbeit erneut bekräftigt und an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.


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