Schulentwicklung oder Mangelverwaltung?
Die Ausstattungszahlen der Berliner Schulen reichen nicht aus, um den Unterrichtsbedarf vollstän¬dig abzudecken - die Schülerinnen und Schüler und die Eltern merken das jeden Tag. In seiner Vorstellung der Schulentwicklungsplanung bis zum Schuljahr 2015/16 hat Senator Böger zwar auf den immensen Einstellungsbedarf von Lehrkräften in den kommenden Jahren hingewiesen, für das Schuljahr 2006/07 allerdings nur 254 Neueinstellungen in Aussicht gestellt. Zum Schulhalbjahr im Februar 2006 soll voraussichtlich überhaupt nicht eingestellt werden.
11.11.2005 Berlin Pressemeldung GEW BerlinDie Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: "Wieder zeichnet sich eine chaotische Personalplanung ab. Die derzeitigen Ausstattungszahlen werden gerade erhoben und sollen nach Aussage des Senators frühestens am 15.12.2005 vorliegen. Wie kann man heute schon den Einstellungsbedarf für 2006/07 wissen, wenn noch nicht einmal klar ist, wie die Lage jetzt überhaupt aussieht?"
Berlin hinkt mit seiner Personalplanung erneut weit hinter anderen Bundesländern her. Auf einer Veranstaltung der GEW BERLIN zur Einstellungssituation haben etwa 100 angehende Lehrerinnen und Lehrer scharf kritisiert, dass Berlin erst im Januar 2006 konkretere Aussagen zu Einstellungen im kommenden Schuljahr machen will. Andere Bundesländer geben bereits jetzt Einstellungszusa¬gen. Damit wird Berlin wieder gut ausgebildete Lehrkräfte, vor allem in den Mangelfächern an an¬dere Bundesländer verlieren.
Die GEW BERLIN erinnert noch einmal an das Durcheinander vor dem Schuljahr 2005/06. Da wurden die Einstellungszahlen im Monatsrhythmus in einer Spannbreite zwischen 140 bis 390 verändert und in den Sommerferien 2005 in einem hektischen Verfahren noch weitere ca. 250 Lehrkräfte eingestellt.
Rose-Marie Seggelke: "Dieses Chaos darf sich nicht wiederholen. Eine vernünftige Personalplanung sieht anders aus. Unterrichtsausfall ist vor allem an den Grundschulen tägliche Realität. Die jetzt bekannt gewordenen Zahlen weisen z.B. für die Grundschulen in der Region Steglitz-Zehlendorf einen Ausstattungsgrad von durchschnittlich knapp 97 % aus; einige Grundschulen haben weniger als 90 %! Die Schulen brauchen Entlastung sofort. Die Weigerung des Senats, zum Schulhalbjahr dringend benötigte Einstellungen vorzunehmen, heißt, die Realitäten nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen."
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