Schulgesetz muss geändert werden: Für Gesamtschulen "ohne Wenn und Aber"

Die Direktorinnen und Direktoren der niedersächsischen Gesamtschulen haben bei ihrem November-Treffen in Stapelfeld deutlich gemacht: Ihre Schulen lehnen nach wie vor "die Einführung des Abiturs nach 12 Jahren an Gesamtschulen und die Fünfzügigkeit als Gründungsvoraussetzung neuer IGS'n" ab. Deshalb setzen sie sich für die Änderung des im Sommer 2009 von der CDU/FDP-Koalition beschlossenen Schulgesetzes ein.

03.12.2009 Pressemeldung GEW Niedersachsen

"Die deutlichen Formulierungen der Stapelfelder Erklärung zeigen, dass es der Kultusministerin nicht gelungen ist, die Gesamtschulen in ihre Beschwichtigungs-Strategie einzubinden", erklärte der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt. Die Ministerin und Abgeordnete der Koalition hätten versucht, durch die Berufung von Gesamtschulvertretern in die Arbeitsgruppe des Ministeriums den Eindruck zu erwecken, die Verordnungen zur Umsetzung des G8 an Gesamtschulen würden das pädagogische Konzept der Gesamtschulen unbeschädigt lassen.

Dagegen stellten die Gesamtschulleitungen fest: "Die Gesamtschulen verstehen sich als Schule für alle Kinder, in der das längere gemeinsame Lernen und das Offenhalten der Schullaufbahnen konzeptionell verankert sind. Dieses Konzept des gemeinsamen Lernens und die pädagogische Grundausrichtung der Gesamtschulen werden durch die Beschlüsse ausgehöhlt."

Mit diesen Entscheidungen brüskiere die Landesregierung Zehntausende von Eltern, die für ihre Kinder Plätze an Gesamtschulen nachfragen. Aber sie ignoriere auch die Wünsche kommunaler Schulträger, die angesichts sinkender Schülerzahlen vor der Aufgabe stehen, ihre Schullandschaft zukunftsfähig zu gestalten, und daher Gründungsinitiativen unterstützen.

"Die Landesregierung soll endlich ihren Frieden mit den Gesamtschulen schließen und sich den Vorstellungen der Eltern und Schulträger nicht länger widersetzen. Wir sind gesprächsbereit, um Lösungen für die künftige Schulentwicklung in Niedersachsen zu finden", sagte der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt. Im Weigerungsfall sei mit neuen Protestaktionen zu rechnen.

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