Schulkrieg abgewendet – vorerst
lehrer nrw sieht es als positiv, dass die künftige rot-grüne Minderheitsregierung im Schulsystem keine sofortigen radikalen Umbrüche plant. Ein drohender Schulkrieg scheint damit vorerst abgewendet.
06.07.2010 Pressemeldung Realschullehrerverband NRWGleichwohl bleibt der Weg zur Einheitsschule offensichtlich, in der Umsetzung jedoch vage. "Dass nun die Bildungspolitik quasi an die Kommunen delegiert wird, öffnet der Beliebigkeit Tür und Tor", erklärt Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw. "Abitur nach acht oder neun Jahren? Gemeinsames Lernen bis Klasse 10 oder doch nur bis Klasse 7? Einheitsschule oder doch gegliedert?
Unter Rot-Grün scheint nichts unmöglich. Inwieweit das der Qualität und der Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen dient, muss sich noch erweisen", so Balbach. Doch nicht nur deswegen ist es mit großen Risiken behaftet, die Kommunen über die Zukunft der Schulstruktur vor Ort entscheiden zu lassen. "Die Städte und Gemeinden werden Schulpolitik nach Kassenlage machen. Entscheidungen über eventuelle Schulzusammenlegungen werden von knappen Finanzen bestimmt und nicht von qualitativen Erwägungen", betont Balbach.
lehrer nrw wird die Schulpolitik der neuen Regierung sehr genau beobachten. Es muss gesichert sein, dass Schulen, die nicht dem rot-grünen Einheitsschul-Weg folgen, keine Nachteile haben.
"Gerade die Realschulen und die Hauptschulen, für die lange Zeit Stillstand herrschte, haben in den letzten fünf Jahren unter der Vorgängerregierung mehr Entwicklungsspielraum erhalten und ihr Profil geschärft. Dies darf nicht zurückgedreht werden", fordert Balbach. "Darüber hinaus werden wir darauf achten, dass die Belastungen für die Lehrkräfte nicht noch weiter hochgeschraubt werden. An den Schulen herrscht diesbezüglich große Sorge."
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