Schulscheck von Schavan

Wird der Vorstoß von Bildungsministerin Schavan, die Konjunktur durch Investitionen in Bildungseinrichtungen zu beleben, unversehens die Schulen mit Mitteln ausstatten, auf die viele Eltern schon längst nicht mehr zu hoffen wagen? Angesichts des weitaus dringenderen Problems, mehr Lehrer für kleinere Klassen und individuelle Förderung zu bekommen, hatten Elternverbände die Verbesserung des schlechten baulichen Zustands bayerischer Schulen bisher immer erst auf der zweiten Seite ihrer Forderungsliste angemahnt.

14.12.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

In der Tat sind die Gebäude und Räume, in denen die Kinder einen Großteil ihrer Zeit verbringen, oft in einem erbarmungswürdigen Zustand. Sie vermitteln alles andere als ein Klima, in dem man sich wohlfühlt und gerne lernt. Düstere Treppenaufgänge, veraltete schmuddelige Toiletten, uralte graue PVC-Böden, abblätternde Farbe ... In der Gastronomie würden solche Zustände die Gäste mit Sicherheit dauerhaft vertreiben! Vielerorts haben Eltern selbst Hand angelegt, um wenigstens die Wände freundlich und sauber zu streichen. Obwohl der BEV die Eltern gerne ins Schulleben eingebunden sieht, hält er diese Leistungen jedoch für abgegolten durch die Steuern, die der Staat dafür erhebt.

Die stellvertretende BEV-Vorsitzende Ulrike Stautner begrüßt den aktuellen Vorstoß von Bildungsministerin Schavan als eine kluge Kombination aus Bildungsförderung, Klimaschutz und Konjunkturprogramm. " Dass Bildungsausgaben als wirtschaftliches Instrument eingesetzt werden sollen, ist dabei ein absolutes Novum!", so Stautner. Der Bayerische Elternverband propagiere schon seit langem, dass die soziale und wirtschaftliche Zukunft unseres Landes in den Händen der Bildungspolitiker liege und mahne deutlich mehr Ausgaben in diesem Bereich an. "Es macht uns etwas Bauchweh, dass dies nun aus der Not der aktuellen Wirtschaftskrise heraus geschieht und nicht, weil es die Sache selbst erfordert. Damit könnte der Konjunktureinbruch jedoch zum Glücksfall für unsere Schulen werden!"


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