Schulversuch Gemeinschaftsschule Horstmar/Schöppingen
"Dass eine überwiegende Mehrheit der befragten Eltern eine Gemeinschaftsschule in Horstmar/Schöppingen wünscht, ist ein weiteres Signal dafür, dass Eltern vor Ort in Fragen der Schulentwicklung ganz anders denken, als die Landesregierung es uns glauben machen will ", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) anlässlich der heute bekannt gewordenen Ergebnisse der Elternbefragung. "Es steht einer Regierung gut zu Gesicht, solche Signale ernst zu nehmen."
07.09.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWBei der VBE-Veranstaltung zum Thema "Schulentwicklung im ländlichen Raum" am 05.09.07 haben die beiden Bürgermeister Josef Niehoff (Schöppingen) und Robert Wenking (Horstmar) ihr Modell vorgestellt. Die mehr als 160 Teilnehmer aus 110 Kommunen waren sich darüber einig, dass dieser Schulversuch genehmigt werden müsse. Auch das ist ein Signal, das eine Landesregierung nicht überhören sollte. Zudem wünschten sich die anwesenden Schulträger für ihre Schulentwicklung mehr Freiheit, als das Schulgesetz ihnen zugesteht. Auf landespolitischer Ebene läuft gerade eine Kampagne an, mit der gezielt Fehlinformationen lanciert werden. Es wird fälschlicherweise behauptet, Gemeinschaftsschulen seien Mammutsysteme, die die Schulträger Milliardensummen kosten würden und sie seien ausschließlich integrierte Systeme. Was hier behauptet wird, hat weder mit dem vom VBE vertretenen Modell noch mit dem von den Kommunen Horstmar und Schöppingen vorgelegten Konzept etwas zu tun.
Die Kommunen Horstmar und Schöppingen wollen in Kürze den Schulversuch für eine Gemeinschaftsschule im Ministerium zur Genehmigung einreichen. Sie müssen angesichts der landespolitischen Signale nun befürchten, dass ihre Schule der Zukunft, die sie im parteipolitischen Konsens und mit der Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger auf den Weg bringen wollen, in den Mühlen des landespolitischen Disputs zerrieben wird. Würde der Schulversuch abgelehnt, würde die Landesregierung damit nicht nur die beiden Kommunen vor den Kopf stoßen. Sie würde darüber hinaus auch all die anderen positiven Initiativen zur Schulentwicklung ausbremsen. Nicht nur Horstmar und Schöppingen haben längst erkennt, dass ein vollständiges Bildungsangebot vor Ort ein wesentlicher Standortfaktor ist.
Der VBE fordert die Landesregierung auf, die Gemeinschaftsschule Horstmar/Schöppingen als Schulversuch zu genehmigen.
"Vor Ort wissen die Menschen besser, was wirklich wichtig ist und was nicht. Politik hat die Aufgabe, diese Selbstverantwortung zu stärken und nicht zu behindern." Das sagt der Ministerpräsident in seinem neuen Buch.
"Dem ist nichts hinzuzufügen", so Beckmann abschließend.
Keine Kommentare vorhanden