Sechs Schulen ausgezeichnet - Kultusministerin Heiligenstadt verleiht erstmals die Titel "Plattdeutsche Schule" und "Saterfriesische Schule"
Sechs Schulen in Niedersachsen dürfen sich ab sofort "Plattdeutsche Schule" beziehungsweise "Saterfriesische Schule" nennen: In einer Feierstunde am (heutigen) Donnerstag in Hannover hat die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt diese Titel erstmals verliehen.
06.03.2014 Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium"Die ausgezeichneten Schulen haben sich nachhaltig und in besonderer Weise um die Förderung dieser Sprachen verdient gemacht. Sie leisten durch ihr Engagement einen wichtigen Beitrag, um das Plattdeutsche und das Saterfriesische in Niedersachsen als Kulturgut zu bewahren", so Heiligenstadt. "Die Beschäftigung mit Platt oder Saterfriesisch macht den Unterricht bunter und vielfältiger – Schülerinnen und Schüler sind mit viel Freude dabei." Aus der Hand der Ministerin erhielten die Schulen die Auszeichnung in Form einer Urkunde und eines Gebäudeschildes - je nach regionaler Variante in typischer Aussprache und Schreibweise:
"Seelterfräiske Skoule"
Grundschule Scharrel Litje Skoule Skäddl, Saterland
"Plattdüütsche School"
Grundschule Karl-Soehle-Schule in HankensbüttelGrundschule Steinkirchen
Grundschule Kuhstedt bei Gnarrenburg
"Plattdüütsk School"
Realschule Möörkenschule in Leer
"Plattdüütske School"
Grundschule Wallinghausen bei AurichAn all diesen Schulen werde nicht nur die Begegnung mit Plattdeutsch und dem Saterfriesischen gepflegt, sondern auch der Spracherwerb aktiv und kontinuierlich gefördert, sagte Ministerin Heiligenstadt. Dies erfolgt an den Grundschulen im Regelunterricht und im Sekundarbereich auch im Wahlpflichtunterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder in Projekten. Die Schulen nehmen an Lesewettbewerben, Theateraufführungen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen teil. "Das Erfreuliche ist, dass es sich dabei nicht um unregelmäßige Aktionen handelt, sondern die Aktivitäten fester Bestandteil des Schulprogramms und Schulprofils sind. Bei der Auswahl der ausgezeichneten Schulen hat dies eine besondere Rolle gespielt ", so die Kultusministerin.
Niedersächsische Schulen konnten sich im vergangenen Jahr zum ersten Mal um die Titel "Plattdeutsche Schule" und "Saterfriesische Schule" bewerben. Künftig sollen weitere Schulen ausgezeichnet werden. Seit dem Schuljahr 2006/2007 ist die Sprachbegegnung mit dem Niederdeutschen für alle Schulen und Schulformen im Primar- und Sekundarbereich I verbindlich, am 1. August 2011 ist zudem der Erlass "Die Region und ihre Sprache im Unterricht" in Kraft getreten. Er eröffnet den Schulen auch Möglichkeiten des Spracherwerbs im Pflichtunterricht. Beispielsweise können Schulen danach in ausgewählten Fächern Unterricht auf Plattdeutsch oder Saterfriesisch erteilen. Das Niedersächsische Kultusministerium stellt den Schulen zur Förderung der Sprachbegegnung und des Spracherwerbs zudem ein Stundenkontingent von insgesamt 265 Stunden pro Schuljahr zur Verfügung. Beraterinnen und Berater für Niederdeutsch bzw. Saterfriesisch der Niedersächsischen Landesschulbehörde unterstützen die Schulen in ihrem Bemühen, etwa bei der Umsetzung von Projekten oder beim Start neuer Aktivitäten.
Niederdeutsch und Saterfriesisch wurden in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgenommen. Als zwei der sogenannten kleinen Sprachen Niedersachsens zählen sie zu den wichtigen Kulturgütern. Plattdeutsch wird nahezu überall in Niedersachsen in unterschiedlichen regionalen und örtlichen Dialekten gesprochen, Saterfriesisch nur in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg.
Keine Kommentare vorhanden