"Seiteneinsteiger"-Urteile des Verwaltungsgerichts Düsseldorf:

Nach den gestern veröffentlichten Urteilen des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, die vier "Seiteneinsteigern" in den Lehrerberuf zugestehen noch bis 45 Jahre verbeamtet zu werden, fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Landesregierung auf, alle betroffenen Lehrkräfte mit Mangelfächern in das Beamtenverhältnis zu übernehmen.

06.12.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

Norbert Müller, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW in NRW, erklärte heute in Essen: "Die Betroffenen konnten zum Zeitpunkt der Aufnahme ihrer Lehrerausbildung davon ausgehen, ins Beamtenverhältnis übernommen zu werden. Die Landesregierung ist nun aufgefordert, das Urteil des Verwaltungsgerichts zu akzeptieren und ihren mit der Streichung des Mangelfacherlasses begangenen Vertrauensbruch endlich zu korrigieren."

Andernfalls befürchtet GEW-Vize Müller werde "der Exodus in andere Bundesländer oder der Rückzug in die alten Berufe" weitergehen. Angesichts des bestehenden Fachlehrermangels wäre dies "eine einzige Katastrophe für die Unterrichtsversorgung".

Mit Blick auf die Probleme der Lehrerversorgung in NRW und der ungleichen Einstellungsbedingungen fordert die GEW seit langem, die Verbeamtungsaltersgrenze wie in fast allen anderen Bundesländern auf mindestens 45 Jahre anzuheben. Norbert Müller: "Es kann nicht sein, dass wir angehende Lehrer in NRW für viel Geld ausbilden und wir sie dann in andere Länder ziehen lassen, weil dort das attraktive Beamtenverhältnis winkt."

Vorzeitige Rücknahme des Mangelfacherlasses rechtswidrig - Verwaltungsgericht folgt GEW

Den Klagen von vier 41- bis 45-jährigen Berufseinsteigern wurde durch die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf stattgegeben und ihnen das Recht auf Übernahme ins Beamtenverhältnis zugestanden (VG Düsseldorf 2 K 1313/07). Sie gehören zu der Gruppe von mehreren hundert Seiteneinsteigern in den Lehrerberuf mit abgeschlossener Berufsausbildung (Diplomingenieure, Architekten etc.). Zum Zwecke der Unterrichtsversorgung in Mangelfächern wie Mathematik, Technik und Physik waren sie vom Ministerium mit dem Versprechen geworben worden, nach Absolvierung eines Vorbereitungsdienstes ins Beamtenverhältnis übernommen zu werden. Der Mangelfacherlass, der dies regelte, war vor Abschluss ihrer Ausbildung zurückgezogen worden. Die Folge: Bei Einstellung wurden sie als Angestellte eingestellt, wobei sie netto bis zu 800 € weniger verdienen. Viele Lehrkräfte, die in NRW ausgebildet wurden, haben daraufhin bereits ein Einstellungsangebot in benachbarten Bundesländern angenommen, so z.B. in Hessen, wo bis 50 Jahren verbeamtet wird.


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