Schulausbau

Senat treibt schnellen Ausbau von Schulen voran

Neue Räume für Hamburgs Schülerinnen und Schüler: Mit dem Hamburger Klassenhaus hat die Freie und Hansestadt Hamburg heute eine effiziente Lösung für bauliche Erweiterungen von Schulstandorten vorgestellt. Das modulare System verbindet vielseitige und nachhaltige Nutzungen mit schnellen Planungs- und Bauprozessen.

16.12.2019 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
  • © www.pixabay.de

Damit ist es eine zuverlässige Antwort auf die großen Bedarfe im Hamburger Schulbau. Ein erstes Projekt befindet sich bereits in der Umsetzung, weitere Standorte sind aktuell in der Planung.

Bildungssenator Ties Rabe: „Der Senat plant in den nächsten Jahren aufgrund von deutlich wachsenden Schülerzahlen 44 neue Schulen zu gründen. Aber auch viele bestehende Schulen werden erweitert. Damit dies schnell, kostengünstig und trotzdem architektonisch ansprechend umgesetzt werden kann, ist das Modell des ‚Hamburger Klassenhauses‘ vorbildlich und sehr hilfreich.“

Finanzsenator und SBH-Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Andreas Dressel: „Flexibel, effizient und nachhaltig – unser Hamburger Klassenhaus ist die passgenaue Antwort auf die vielen schulischen Neubauprojekte in der Zukunft. Die Gebäude lassen sich perfekt an die jeweiligen Bedingungen vor Ort anpassen, ganz im Sinne unserer Maxime ‘Gute Räume für gute Bildung‘. Schulgebäude werden über viele Jahre genutzt und entsprechend haltbar müssen die ausgewählten Materialien sein. Der Schulbau, das ist und bleibt unser Anspruch, soll solide und langlebige Gebäude hervorbringen – genau dafür steht beispielhaft unser Hamburger Klassenhaus. Es ist ein weiteres Beispiel, dass Kostenbewusstsein und Hochwertigkeit im Schulbau kein Widerspruch sein müssen. Davon habe ich mir beim Besuch unseres Prototyps in Farmsen selbst ein Bild gemacht. Diese Erfahrungen nehmen wir jetzt auch in den Hochschulbau mit.“

Der Wachstumskurs der Freien und Hansestadt Hamburg spiegelt sich auch in steigenden Schülerzahlen wider. Mit 44 neuen Schulen und der Erweiterung 123 bestehender Standorte, werden die Kapazitäten der Hamburger Bildungslandschaft nachhaltig erhöht. Einen Schwerpunkt bildet die ein- oder mehrzügige Erweiterung von Grundschulen, um neue Lernwelten für die kommenden Jahrgänge zu schaffen. Gleichzeitig trifft der ambitionierte Schulbau auf eine bereits hochgradig ausgelastete Bauwirtschaft.

Hier setzt das Konzept des Hamburger Klassenhauses an: Es ermöglicht in seiner Modularität die beschleunigte Planung und Ausführung bei räumlicher Flexibilität und gleichbleibend hoher Qualität. Die reine Bauzeit zwischen Spatenstich und Fertigstellung kann auf rund 21 Wochen reduziert werden.

Ewald Rowohlt, Geschäftsführer von SBH | Schulbau Hamburg und GMH | Gebäudemanagement Hamburg GmbH: „Obwohl jeder Schulstandort über spezifische architektonische und soziale Besonderheiten verfügt, überschneiden sich die grundsätzlichen Anforderungen an neue Räume. Für die Erweiterung um einen Zug benötigt eine Grundschule neue Unterrichtsräume und Differenzierungsflächen mit hoher Aufenthalts- und Begegnungsqualität. Das Hamburger Klassenhaus wird in teilweise vorgefertigter Bauweise errichtet und bietet ein verlässliches Grundgerüst, das großen Gestaltungsspielraum für individuelle Grundrisse und Nutzungen lässt. Die Ausgestaltung der Neubauten erfolgt in enger Absprache mit den jeweiligen Schulen.“

Investition in die Zukunft

Das Hamburger Klassenhaus ist keine Zwischenlösung: Mit einer geplanten Mindestlebensdauer von rund 80 Jahren sind die geplanten Gebäude, wie alle anderen Schulbauten, auf Langlebigkeit ausgelegt. Der neue Bautyp wird als Lern- und Lebensraum zukünftige Generationen auf ihrem Bildungsweg begleiten.

Holz, Klinker, Putz – das flexible Grundgerüst des Hamburger Klassenhauses ermöglicht eine an Bestand und Umfeld angepasste Gestaltung der Fassade. Mit begrünten Dächern leisten die zwei- oder dreigeschossigen Neubauten einen Beitrag zu der Klimastrategie der Hansestadt. Das Verfahren der Teilvorfertigung und Montage verkürzt die Bauzeit erheblich, verringert witterungsbedingte Verzögerungen und reduziert die Beeinträchtigung des Schulbetriebs. Angestrebt wird die Vergabe mehrerer Häuser an jeweils einen Rahmenvertragspartner. Im projektierten Zeitrahmen von 2020 bis 2023 werden die einzelnen Klassenhäuser dann schrittweise abgerufen. Ein solcher Rahmenvertrag sorgt für kalkulierbare Kosten und eine gleichbleibend hohe Qualität der Bausubstanz.

Erfolgreicher Einsatz an der Grundschule Eckerkoppel

SBH | Schulbau Hamburg und GMH | Gebäudemanagement Hamburg GmbH haben das Konzept in Kooperation mit dem Hamburger Büro DNA Architekten und dem Projektsteuerungsbüro Turner & Townsend entwickelt. Als Pilotprojekt konnte das Hamburger Klassenhaus auf dem Gelände der Grundschule Eckerkoppel (Farmsen-Berne) erfolgreich umgesetzt werden. Nach einem Brand im Februar 2018 wurde die schnelle Errichtung eines Ersatzbaus notwendig. Der Planungsprozess begann zeitnah im Mai 2018. Nach Beginn der Montage und Bauarbeiten im August 2019, erfolgte im Dezember desselben Jahres die Fertigstellung nach nur fünf Monaten. Entstanden ist ein zweigeschossiger Holzsystembau, der sich mit seiner Ziegelfassade optisch an den bestehenden Schulgebäuden orientiert. Auf 1.334 Quadratmetern bietet das barrierefreie Klassenhaus zwölf Unterrichtsräume sowie flexible Gruppenräume und multifunktionale Differenzierungsflächen. Im Januar 2020 können die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte ihren Neubau beziehen.

Hier finden Sie Informationen zum Hamburger Klassenhaus.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden