Senatsbeschluss: Erste Verbesserungen für Schulen

Der Senat hat am Dienstag beschlossen, im Schuljahr 2008/2009 sechzig neue Lehrerstellen an den Grundschulen einzurichten und damit die Unterrichtsbedingungen in den teilweise sehr großen Klassen der Stufen 3. und 4. zu verbessern. Gleichzeitig hat der Senat die Einrichtung von vier neuen Ganztagsschulen in Wilhelmsburg und Finkenwerder zum 1. August 2008 beschlossen. Für das gesamte Maßnahmenpaket werden im Jahr 2008 knapp 2,5 Millionen Euro bereitgestellt. Mit den Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Hamburgischen Schulwesens zum Schuljahresbeginn 1. August 2008 werden insgesamt etwa 100 neue Lehrerstellen an die Schulen gebracht.

17.06.2008 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

"Kleinere Klassen sind die Voraussetzung für guten Unterricht und eine bessere Förderung jedes einzelnen Kindes", sagte Bildungssenatorin Christa Goetsch am Dienstag. "Durch die bessere Ausstattung der Ganztagsschulen wird auch dort die pädagogische Arbeit erleichtert."

  1. Zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer für die Grundschulen
    Die Koalition hat vereinbart, in der künftigen Primarschule die Klassen in den Klassenstufen 1. – 6. zu verkleinern, um die Lernbedingungen zu verbessern. In einem ersten Schritt werden mit dem heutigen Senatsbeschluss zum kommenden Schuljahr 2008/2009 den Jahrgangsstufen 3. und 4. mehr Lehrerinnen und Lehrer zugewiesen, um die teilweise sehr hohen Klassenfrequenzen in diesen Jahrgängen auszugleichen. Mit den zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern wird der Unterricht verbessert, indem die Klassen zeitweise geteilt werden oder von zwei Kollegen gleichzeitig unterrichtet werden. Damit kann besser auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler mit ihren Stärken und Schwächen eingegangen werden. Die Stellen werden auf alle Grundschulen verteilt, in besonders belasteten Schulen (KESS Sozialindexgruppen 1 und 2) wird die Basisfrequenz damit von 24 auf 22, in allen anderen Schulen von 24 auf 23 gesenkt werden.
  2. Neue Ganztagsschulen
    Zum 1. August werden in den Bildungszentren Wilhelmsburg und Finkenwerder vier Halbtagsschulen in voll gebundene Ganztagsschulen umgewandelt. Die Schülerinnen und Schüler dieser Schulen werden damit ab August jeden Tag von 08.00 bis 16.00 Uhr ein verbindliches Ganztagsangebot erhalten. Unterricht, Lern-, Bewegungs- und Entspannungszeiten verteilen sich in einem abwechslungsreichen Rhythmus über den ganzen Tag.

    Grundschule Buddestraße (ab 01.08.2008 Elbinselschule)
    Die Grundschule Buddestraße bildet zusammen mit der Ganztagssprachheilschule Wilhelmsburg und dem Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg das Zentrum "Bilden – Beraten – Betreuen im Tor-zur-Welt". Das Schulgebäude der Grundschule Buddestraße wird neu gebaut und in eine Ganztagsgrundschule mit reformpädagogischem Bezug umgewandelt.

    Gesamtschule Finkenwerder
    Die Gesamtschule Finkenwerder hat bereits ein begrenztes Nachmittagsangebot. Mit dem geplanten Neubau eines Multifunktionsgebäudes werden eine Mensa und andere Räume für den Ganztagsbetriebes geschaffen, die gemeinsam mit dem Gymnasium Finkenwerder am gleichen Standort genutzt werden sollen.

    Aueschule Finkenwerder und Westerschule Finkenwerder
    Die beiden Grundschulen bilden zusammen mit der Gesamtschule Finkenwerder und dem Gymnasium Finkenwerder das regionale Bildungszentrum in Finkenwerder. Fast alle Schülerinnen und Schüler des Stadtteils Finkenwerder besuchen diese Schulen.

    Für den Betrieb der geplanten Ganztagsschulen werden ab dem 1. August 2008 insgesamt 28 Lehrerstellen bereitgestellt.
  3. Ausstattung bestehender Ganztagsschulen
    Mit der Einrichtung von voll gebundenen Ganztagsschulen werden die Rahmenbedingungen für die Förderung der Schülerinnen und Schüler erheblich verbessert. Ziel der Maßnahme ist es, den Schulen mehr Pädagogen zur Verfügung zu stellen, die kontinuierlich mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten. Dafür soll der Anteil der Honorarmittel deutlich verringert werden. Die Ganztagsschulen hatten in der Vergangenheit immer wieder beklagt, dass oftmals keine ausreichende, kontinuierliche Lernbeziehung zwischen Honorarkräften und Schülern hergestellt werden konnte. Der Koalitionsvertrag sieht daher vor, dass die für den Ganztagsschulbetrieb zugewiesenen Personalmittel sowohl für die bestehenden als auch für die neu einzurichtenden Ganztagsschulen auf ein Verhältnis von 40 Prozent Lehrkräfte, 40 Prozent Sozialpädagoginnen / Erzieherinnen und 20 Prozent Honorarmittel verändert werden. Bisher galt der Schlüssel 30 Prozent Lehrkräfte, 30 Prozent Sozialpädagoginnen/Erzieherinnen und 40 Prozent Honorarmittel. Für die Sonderschulen soll es beim bisherigen Zuweisungsschlüssel bleiben. Damit werden die Voraussetzungen für einen rhythmisierten Unterricht und eine an den individuellen Lernständen ausgerichtete Förderplanung gewährleistet.

Die veränderte Personalausstattung soll ab dem Schuljahr 2008/09 für diejenigen 51 Ganztagsschulen umgesetzt werden, die seit 2005 neu eingerichtet wurden und für die die in der Drucksache 18/525 (Rahmenkonzept für Ganztagsschulen in Hamburg) festgelegten Bedarfsgrundlagen Anwendung finden. Hierfür sind 7 Lehrerstellen erforderlich.

Für die vor 2005 gegründeten 21 Ganztagsschulen wird das Niveau der derzeitigen Personalausstattung erhalten. Die für dieses Jahr vorgesehene vierte Stufe der Absenkung des pädagogischen Mehrbedarfs - die Streichung von 21 Lehrerstellen – wird damit nicht vollzogen. Mit der Einführung der neuen Schulstruktur aus Primar- und Stadtteilschulen sowie Gymnasien zum 1. August 2010 wird das Rahmenkonzept für Ganztagsschulen insgesamt neu gestaltet werden.


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