Sofort und nicht erst nächstes Jahr: Landeselternbeiräte und GEW fordern 150 neue Lehrerstellen

150 zusätzliche Stellen für Lehrerinnen und Lehrer zum kommenden Schuljahr fordern die Landeselternbeiräte für Grund-, Haupt-, Sonderschulen und Gymnasien sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Gemeinsam appellieren sie an den Landtag, auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause (16.-18. Juli 2008) einen Nachtragshaushalt für die 150 neuen Planstellen zu beschließen. Nach Auffassung von Landeselternbeiräten und GEW brauchen die Schulen die neuen Planstellen schon jetzt und nicht erst zu den Schuljahren 2009/10 und 2010/11. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave scheint es genauso zu sehen, da sie die 150 Stellen mitten im Schuljahr mit Lehrkräften besetzen will.

08.07.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Die notwendige Unterrichtsversorgung der Gemeinschafts- und Regionalschulen geht im nächsten Schuljahr eindeutig zu Lasten der auslaufenden Haupt- und Realschulen. Darüber hinaus streicht das Bildungsministerium bisherige Zuteilungen für die neue Eingangsphase an den Grundschulen. Ohne pädagogische Konzepte müssen Schulen aus Spargründen jetzt jahrgangs- und schulartübergreifenden Unterricht einführen. Die Anmeldezahlen an Gymnasien sind so hoch, dass sich trotz zusätzlicher Planstellen die Bedingungen, wie zum Beispiel Klassengrößen, weiter verschlechtern. Die Berufsbildenden Schulen sehen sich mit dem "Schülerberg" konfrontiert, obwohl für dessen Versorgung mit Unterricht die Planstellen bei weitem nicht ausreichen. Alle Unterstützungssysteme (Förderfonds, Ausgleichsstunden) für den inneren und äußeren Umbau des Schulsystems werden ohne neue Stellen finanziert. Das führt zu einer Verschlechterung der Unterrichtsversorgung. Außerdem reichen die Stellen auch für diese Aufgaben nicht aus! Der Vertretungsfonds wird in den Schularten Gymnasien und Berufsbildende Schulen (im Umfang von 2,5 der 12 Mio. €) zur Abdeckung von regulärem Unterricht genutzt. Diese Mittel fehlen also, um Unterrichtsausfall zu verringern.

Die Einrichtung von zusätzlich 150 Planstellen zum nächsten Schuljahr würde auch ein weiteres Problem des Bildungsministeriums lösen. So könnten bereits jetzt Bewerberinnen und Bewerber – auch mit Mangelfächern – fest an Schleswig-Holstein gebunden werden. Damit könnte das Land einen ersten wichtigen Schritt zur Lösung des drohenden Bewerbermangels tun.

GEW und Landeselternbeiräte stimmen auch darin überein, dass die in den nächsten Jahren entstehenden "Planstellengewinne" aus Schülerrückgang, Schulstrukturänderung, Schulzusammenlegungen und sich vergrößernden Klassen vollständig im Bildungssystem verbleiben müssen. Nur so können die Lernbedingungen der Schüler/innen und die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte verbessert werden. Auch für den dringend notwendigen Ausbau der Schulsozialarbeit an den Schulen und von Ganztagsschulen stünden dann endlich mehr Mittel zur Verfügung.

Verantwortlich:
Dr. Elke Krüger-Krapoth, Vorsitzende des Landeselternbeirats Gymnasien
Hans-Peter Schreiber, Vorsitzender des Landeselternbeirats Grund-, Haupt- und Sonderschulen
Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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