Sparen auf Kosten der Schwächsten

Der Verband Bildungsmedien e. V. nimmt die Studie des BIM zu Willkommensklassen mit Besorgnis zur Kenntnis und verweist auf die mehr als 1.000 professionell und spezifisch erstellten Titel, die die Branche zur Unterstützung von Lehrkräften in diesem Bereich im Angebot hat.

23.01.2017 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildungsmedien e. V.
  • © Verband Bildungsmedien e.V.

Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) hat in einer im Dezember 2016 erschienen Expertise die Beschulung von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in Berlin in so genannten „Willkommensklassen“ als „kurzsichtig“ kritisiert. Zentrale Kritik üben die Verfasser/-innen an den fehlenden curricularen Vorgaben und damit verbunden an einem fehlenden Materialfundus. Lehrkräfte müssten, so die Studie, mehrheitlich mit zusammengesuchtem Material aus dem Internet, von Kolleg/-innen und Fortbildungen arbeiten.

Professionell und spezifisch erstelltes Material

Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des Verband Bildungsmedien e. V., der die rund 80 Bildungsmedienhersteller in Deutschland vertritt, erklärt dazu: „Wir haben die Ergebnisse der Studie mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen. Die Integration neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher ist eine zentrale Herausforderung für das deutsche Bildungssystem. Die Einrichtung von Willkommensklassen darf nicht dazu benutzt werden, Lehrkräften die dafür nötigen Unterstützungen zu versagen. Es müssen curriculare Vorgaben gemacht werden und die Budgets zur Anschaffung der dazu passenden Lehr-/Lernmaterialien bereitgestellt werden.“

Er sagt weiter: „Es kann nicht sein, dass es professionell und ganz spezifisch erstelltes Material in großer Auswahl gibt, es aber aus Kostengründen nicht zum Einsatz kommt, sondern die ohnehin überlasteten Lehrkräfte sich trotzdem eigene Materialien basteln müssen.“ Kinder und Jugendliche in Willkommensklassen würden auf diese Weise systematisch benachteiligt gegenüber denen, die früher im Regelunterricht beschult würden. „Was eigentlich als intensive Unterstützung für die Schwächsten gedacht ist, verkehrt sich ins Gegenteil“, kritisiert Diepgrond.

Mehr als 1.000 Titel für DaF/DaZ

In den vergangen Monaten haben die Bundesländer verstärkt so genannte Übergangs- oder Willkommensklassen eingerichtet, in denen Kinder und Jugendliche beschult werden, deren Deutschkenntnisse für eine (vollständige) Teilnahme am Regelunterricht nicht ausreichen. In diesen Klassen kommen vor allem Materialien für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zum Einsatz. Das betrifft sowohl die frühe Bildung, die Primarstufe und Sekundarstufen als auch die beruflichen Schulen und die Erwachsenenbildung. Die deutschen Bildungsmedienhersteller bieten weit über 1.000 geeignete Titel an; eine Linkliste stellt der Verband Bildungsmedien zur Verfügung auf seiner Website.

Der Verband Bildungsmedien vertritt die Interessen der Verlage, die Medien für Bildungszwecke herstellen. Dies sind in Deutschland ca. 80 Unternehmen. Hierzu gehören die Schulbuchverlage ebenso wie die pädagogischen Fachbuch- und Lehrmittelverlage sowie die Anbieter von Bildungssoftware und sonstigen Bildungsmedien.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bildungsmedien.de.

Ansprechpartner

Verband Bildungsmedien e. V.
Dr. Dagny Ladé
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zeppelinallee 33
60325 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 98 66 97 6 - 14
Fax: +49 69 98 66 97 6 - 20
E-Mail: lade@bildungsmedien.de
Web: www.bildungsmedien.de


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