SPD-Antrag zur Gemeinschaftsschule Horstmar / Schöppingen

"Den heute von der SPD-Fraktion im Landtag eingebrachten Antrag zur Gründung der ersten Gemeinschaftsschule Nordrhein-Westfalens in Horstmar und Schöppingen (Drucksache 14/4351) kann der VBE zu diesem Zeitpunkt nicht nachvollziehen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Wer die Landtagsrituale kennt, könnte vermuten, dass die SPD-Fraktion hier eine gute Sache auf dem Altar parteipolitischer Egoismen opfern und bei der Mehrheitsfraktion gezielt eine Abwehrhaltung provozieren will."

24.05.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die pädagogische Planungsgruppe Horstmar/Schöppingen arbeitet noch an den letzten Feinheiten des pädagogischen Konzepts für die Gemeinschaftsschule/Allgemeine Sekundarschule, folglich kann dieses den Landtagsabgeordneten auch noch nicht vorliegen. Darüber hinaus liegt der Landesregierung auch noch kein Antrag auf Bewilligung eines Schulversuchs vor. Insofern kommt dieser SPD-Antrag zur völlig falschen Zeit.

Die Bürgermeister der beiden Kommunen haben in ihrer Pressekonferenz am 03.05.07 zudem erklärt, nach den Ferien eine Elternbefragung durchführen zu wollen. Diese kann erst nach den Ferien stattfinden, weil sie alle Grundschuleltern einbeziehen soll, deren Kinder ab dem Schuljahr 2008/09 eine Gemeinschaftsschule besuchen könnten.

"Es ist nicht zielführend, wenn dann Monate vorher das Thema bereits auf Landtagsebene zerfleddert zu werden droht", so Beckmann weiter. "Das hilft weder den Kommunen Horstmar und Schöppingen noch den dort ansässigen Eltern und Kindern. Es hilft auch anderen Kommunen nicht, die ähnliche Pläne haben und nun hoffnungsvoll ins Münsterland blicken."

Der VBE sieht in dem heutigen Vorstoß der SPD-Fraktion die Absicht, bei der Mehrheitsfraktion eine Vorentscheidung dahingehend zu provozieren, dass diese mehr oder weniger zu einer ablehnenden Haltung gezwungen wird.

"Das mag als parteipolitisches Kalkül in dem Sinne durchgehen, dass die SPD-Fraktion sich dieses Thema nicht von der eigenen Agenda nehmen lassen will", so Beckmann abschließend. "Diese Vorgehensweise ignoriert aber massiv die Interessen der Kommunen und der Eltern. Der VBE appelliert daher an die Abgeordneten der Mehrheitsfraktion, sich nicht provozieren zu lassen und die wohlbegründeten Interessen der Kommunen nicht auf dem Altar des Parteiengezänks zu opfern."

Die SPD erklärt immer wieder, von Finnland lernen zu wollen. Dort ist es aber seinerzeit gelungen, beim Thema "Bildungsreform" parteipolitische Interessen in den Hintergrund zu drängen und beispielsweise aus Wahlkämpfen herauszuhalten.

"Der erste Schritt dahin wäre die Erkenntnis, dass Politik in erster Linie dem Wohl der Menschen und nicht der jeweiligen Partei zu dienen hat", so Beckmann abschließend. "In Horstmar und Schöppingen hat man gerade einmal gesät. Eine Saat kann aber bekanntlich nicht aufgehen, wenn darauf herumgetrampelt wird."


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