Bayern

SPD fordert mehr Lehrerstellen

Mit Verärgerung reagiert die BayernSPD-Landtagsfraktion auf die beschönigenden und vertröstenden Ankündigungen des CSU-Bildungsministers in Bezug auf den Unterrichtsausfall. "Es kann doch nicht sein, dass allerorts Eltern empört sind über den vielen Fehlstunden und Herr Spaenle so tut, als gäbe es dazu keinen Grund", so SPD-Bildungssprecher Martin Güll. "Das Kernproblem ist: Der Bildungsminister hat die Schulen von Anfang an viel zu knapp mit Lehrern versorgt. Wir fordern in unserem Dringlichkeitsantrag, dass sofort mehr Lehrer fest eingestellt werden, um weiteren Unterrichtsausfällen gezielter vorgreifen zu können."

06.10.2011 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Güll kritisiert den Vorstoß von Spaenle, einfach mehr Mehrarbeit in den Schulen einzuplanen, scharf. "Das ist bitterer Hohn für die Lehrer, die jetzt schon am Limit arbeiten." Statt die vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) geforderten 20.000 neuen Lehrerstellen hatte der CSU-Bildungsminister lediglich auch in Aussicht gestellt, die sogenannte "Mobile Reserve" - die Lehrer, die bei längerfristigen Ausfällen einspringen - zu erweitern sowie die Geldbeträge, die Schulen für Aushilfen bei kurzfristigen Unterrichtsausfall investieren können, zu erhöhen. "Die SPD fordert schon lange, jeder Schule eine zusätzliche Lehrerstelle zu geben, um eine integrierte Lehrerreserve aufzubauen. Es muss endlich Schluss sein, dass Vertretungsstunden lediglich Beschäftigungstherapien sind", so Bildungsexperte Güll. "Zu den 110 Lehrern der Mobilen Reserve an Gymnasien müssen also noch 300 dazu kommen, um dieses Ziel zu erreichen."

Besonders zynisch empfindet der Vorsitzende des Bildungsausschusses Spaenles Kritik an den Lehramtsstudenten, die sich zu Beginn ihres Studiums für Germanistik oder Englisch entscheiden. "Es gibt nichts Wichtigeres als Bildung, und Lehrer - gerade in solch wichtigen Fächern - zu sein ist gewiss nicht immer ein Vergnügen", erklärt Güll. "Im Anschluss an das Referendariat werden viele der so nötig gebrauchten Lehrer auf die Straße gesetzt - und nun müssen sie sich anhören, dass ihre Entscheidung, Kinder in Sprachen unterrichten zu wollen, falsch war. Das ist ein bitteres Zeugnis für die bayerische Bildungslandschaft."

bayernspd-landtag.de


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