Gesundheit

Jetzt ist keine Zeit für Spekulationen über Schulöffnungen

Jürgen Böhm (VDR) sieht die Lage viel zu ernst, um daraus politisches Kapital zu schlagen: „Die aktuellen Spekulationen, wann die Schulen wieder öffnen werden, ist derzeit kaum sinnvoll. Natürlich müssen alle Verantwortlichen, allen voran die Kultus- und Bildungsministerien, verschiedene Szenarien durchdenken."

08.04.2020 Bundesweit Pressemeldung Verband Deutscher Realschullehrer
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"Aber jetzt bereits feste Exit-Zeitpunkte festzulegen und daran vehement festzuhalten, finde ich falsch“, äußert sich Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR).

Die aktuellen Fallzahlen ließen zwar positiv denken, dürften aber nicht dazu verleiten, die ergriffenen Schutzmaßnahmen zu schnell zu lockern und die Gesundheit von Kindern und Lehrkräften unnötig zu gefährden. Es sei schlicht unverantwortlich, die Politik in Entscheidungen drängen zu wollen, deren Konsequenzen derzeit noch gar nicht absehbar wären. Man müsse die weiteren Entwicklungen abwarten und dann kurzfristig und flexibel handeln. Weiterhin sei jetzt nicht die Zeit für bildungspolitische Debatten.

„Das vor wenigen Tagen beschlossene Festhalten der Länder an den Abschlussprüfungen steht aktuell nicht zur Debatte“, betont der Bundesvorsitzende weiter. Gefragt seien regionale Lösungen, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein können und sein müssen. „Die Stärke des Föderalismus muss und wird sich jetzt zeigen und birgt für alle Länder die Möglichkeiten, die es in dieser Zeit der Krise braucht!“, bekräftigt Böhm.

Die Eltern und Lehrerkollegien vor Ort bittet Jürgen Böhm um Geduld und auch eine gewisse Toleranz für Entscheidungen. Ziel müsse sein, dass ein Übergang in „geordnete Verhältnisse“ geschaffen wird. Denkbar wäre hier die stufenweise Öffnung der Schulen, wie sie auch von der Politik bereits geäußert wurde. „Die Gesundheit aller Schülerinnen und Schüler sowie aller Lehrkräfte muss immer im Vordergrund stehen. Die Schulleitungen sind jetzt gefordert, in den eigenen Kollegien und in der Schülerschaft Risikogruppen zu ermitteln, die besonders geschützt werden müssen“, betont Böhm.


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