Spielerisches Lernen: Alltag für element-i-Grundschulkinder
Es ist keine Seltenheit, dass Eltern schon bei der Einschulung ihrer Kinder an deren spätere Chancen auf dem Arbeitsmarkt denken. Um die zu verbessern, setzen sie ganz gezielt auf kognitives Lernen. Dieser Kausalzusammenhang ist zwar einleuchtend aber falsch oder zumindest unvollständig, weil Bildung mehr ist als Wissen, das durch Lesen, Rechnen oder Schreiben erworben wird. Und kognitive Fähigkeiten sind nicht alles. Insbesondere in der frühen Kindheit, und damit im Kindergarten und in der Grundschule, entwickeln sich Selbstwertgefühl und soziales Verhalten und auch die Fähigkeit, Dinge miteinander zu verknüpfen. Das Spiel ist dafür ein wichtiges Lernfeld, auch noch in der Grundschule.
18.12.2012 Pressemeldung Konzept-e NetzwerkÄhnlich wie in der Waldorf- und Montessori-Pädagogik ist auch in der element-i-Pädagogik das Spiel von zentraler Bedeutung. Sie wurde 2004 von Carola Kammerlander für die element-i-Kinderderhäuser entwickelt und mit Gründung der element-i-Grundschulen für ältere Kinder weiterentwickelt. Kinderhäuser und Schulen befinden sich unter einem Dach, Pädagogen, Lehrer und Lehrerinnen arbeiten zusammen. So kann der Übergang fließend und unabhängig von Stichtag und Alter gestaltet werden.
Das Spiel in der element-i-Pädagogik
Spielen und Lernen – auch kognitives Lernen – lassen sich nicht trennen, sie sind miteinander verbunden und bedingen einander. Spielen ist Lernen durch Handeln, und zwar freiwillig und mit Lust und Freude. So wird das Gelernte schneller, präziser und dauerhafter im Langzeitgedächtnis abgespeichert. Voraussetzung ist allerdings, dass Kinder selbst entscheiden können, was, wo und wie lange sie mit wem spielen. Im selbst gesteuerten Spiel lernen Kinder effektiv, es fördert ihre soziale, emotionale, motorische UND kognitive Entwicklung. Im Spiel erkunden Kinder ihre Umwelt, experimentieren, entwickeln Kreativität und Vorstellungskraft, lernen neue Aufgaben auszuführen, komplexe Probleme zu lösen, mit anderen Menschen in angemessener Weise zu interagieren, Konflikte zu bewältigen, Gefühle auszudrücken und zu kontrollieren. Sie erwerben im Spiel vielfältige Kompetenzen, von denen das Wissen nur ein Teilbereich ist.
Für die element-i-Schulen bedeutet das, dass jedes Kind in seinem individuellen Tempo und seinen Interessen entsprechend lernt. Kinder lernen aber auch mit- und voneinander, deshalb ist das jahrgangsübergreifende Lernen sinnvoll und bereichernd für alle. Die jüngeren Schüler lernen von den älteren, die älteren festigen und wiederholen ihr Wissen, indem sie den Kleineren helfen und Sachverhalte erklären. Lehrerinnen und Lehrer sorgen für eine anregende Umgebung und für Impulse, damit auch die älteren Schüler stets gefordert und gefördert werden. Und gleichzeitig entsteht ein großer Zuwachs an Kompetenz.
Raum für das Spiel geben die Naturwissenschaften
Eltern, insbesondere wenn sie mit der klassischen Trennung von Spiel und Lernen aufgewachsen und nicht pädagogisch vorgebildet sind, erkennen oft keinen "nutzbringenden Lerneffekt" des Kindes im Spiel. In den element-i-Schulen und den element-i-Kinderhäusern ist das Spiel fest in den Tagesablauf integriert und findet in allen Phasen statt. In den Kinderhäusern setzen die Erzieherinnen und Erzieher immer wieder gezielt Impulse, indem sie die Kinder dazu anregen, eigene Fragen zu stellen. So fordern sie sie zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Spiel auf. Spiel ist also weder beliebig noch werden die Kinder sich selbst überlassen.
Die element-i-Pädagogik legt einen besonderen Schwerpunkt auf MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hier sind die Fragestellungen der Kinder besonders konkret ("Wie baue ich eine Brücke, damit sie nicht einstürzt?", "Warum schwimmt ein faules Ei oben?"). MINT-Themen eignen sich deshalb besonders für das ganzheitliche, handlungsorientierte und gleichzeitig spielerische Lernen durch Versuch und Irrtum und durch gezielt gesetzte Impulse der Pädagoginnen und Pädagogen. Dieses selbst-entdeckende Lernen durch eigenständig herausgefundene Lösungen oder Erklärungen ist nachhaltiges Ler-nen.
Musisch-ästhetisches Spiel
Kreativräume, Werkstätten und Malateliers der element-i-Kinderhäuser werden auch von den Schülerinnen und Schülern der element-i-Schule genutzt. Das Material (Farben, Papiere, Scheren, Klebstoff, Muscheln, Korken, Wolle, Holz, Werkzeuge etc.) ist frei zugänglich und kann von den Kindern für kreative Tätigkeiten aller Art genutzt werden. Den Kindern werden im Kreativ-Bereich nur sehr wenige Vorgaben gemacht, aber es werden möglichst viele Möglichkeiten in Form von Materialien und Werkzeugen sowie Zeit und Raum zur Verfügung gestellt. Denn Kreativität entfaltet sich durch Freiheit in der Wahl der Materialien und im Umgang mit ihnen.
Spiel, Sport, Bewegung
Erkenntnisse der Hirnforschung zeigen, dass Körper und Geist – und damit Bewegung, Spiel und Lernen – eng miteinander verbunden sind. Aber nicht nur für die geistige Entwicklung sind Bewegungsspiele wichtig: Das Kind macht mit seinem Körper auch die Erfahrung, etwas bewirken zu können, was ein Schlüsselerlebnis zum Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes ist. Bewegung ist der Motor der Entwicklung und Basis des Lernens. Es werden den Kindern deshalb verschiedene Möglichkeiten geboten in unterschiedlichen Bereichen die Grundformen der Bewegung kennenzulernen und dadurch ein differenziertes Körper- und Bewegungsgefühl auszubilden.
(5327 Zeichen)
Keine Kommentare vorhanden