Staatsminister Jürgen Banzer: Regionalkonferenzen zu G8 – offener Austausch
"Ich habe den Schulleitungen der Gymnasien und Gesamtschulen diese Woche das 11-Punkte-Programm zur Verbesserung von G8 im Rahmen von drei Regionalkonferenzen in Wiesbaden, Kassel und Gießen persönlich vorgestellt und mit diesen intensiv erörtert. Das war ein guter und offener Austausch", sagte Staatsminister Jürgen Banzer. Die Schulleiter hätten Anerkennung aber auch Kritik genauso wie Fragen und Anregungen geäußert, deren Berücksichtigung man prüfe. "Auf Anregung von Schulleitern prüfen wir jetzt kurzfristig, ob wir die verbindliche Regelung, bei Pflichtunterricht am Nachmittag auf Hausaufgaben für den nächsten Tag zu verzichten, in die Hände der Schulgemeinde geben oder auf dem Wege der Verordnung verankern", erklärte Staatsminister Jürgen Banzer. In dem Zusammenhang unterstrich der Minister, dass das 11-Punkte-Programm die G8-Arbeitsgrundlage für die Schulen ab dem 1. August sei und man Verfahrensfragen wie die angeführte zügig klären werde.
02.06.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenDer Minister führte weiter aus, dass die Schulleiter es ausdrücklich begrüßt hätten, den G8-Schulen, die noch kein Ganztagsangebot hätten, schon zum 1. August die Mittel für eine pädagogische Mittagsbetreuung zuzuweisen. Auch die neuerliche Lehrplanstraffung, mit der G8 nunmehr bewältigt werden könne, sei auf breite Akzeptanz gestoßen.
Weiterhin hätten die Schulleiter es als einen wichtigen Schritt erachtet, dass endlich der Einstieg in eine Reduzierung der Klassengrößen auf 30 beginnend mit der Jahrgangsstufe 5 geschafft sei. Vor dem Hintergrund der so kurz vor den Sommerferien abgeschlossenen Aufnahmeverfahren für die neue 5. Jahrgangsstufe und für die Klassenbildung könnten die Schulen die erhöhte Lehrerzuweisung ab 1. August für zusätzliche Differenzierungs- und Förderangebote nutzen. Im nächsten Jahr erfolge dann auch die Klassenbildung mit 30 Schülern. "Bei diesem Punkt musste ich feststellen, dass es für die Schulen missverständlich war, wie sie mit ihrer bereits abgeschlossenen Klassenbildung und der nunmehr kurzfristig erhöhten Lehrerzuweisung an die Staatlichen Schulämter verfahren sollen. Deshalb möchte ich zur Klarstellung sagen, dass sich die erhöhte Zuweisung jetzt für eine Übergangsfrist in zusätzlichen Stunden für z.B. Förderangebote zeigt und sich im anschließenden Schuljahr in kleineren Klassen niederschlägt", unterstrich der Minister.
Das Entscheidende sei, dass die Schulleiter die Vorschläge dem Grundsatz nach als klare Chance zur Verbesserung für die Arbeit ihrer Schulgemeinde mit G8 wahrnähmen. "Denn es geht ja darum, dass die Schulen mit dem 11-Punkte-Programm einen verbindlichen Rahmen erhalten, der ihnen erstmals erhebliche Freiräume bei der Ausgestaltung von G8 und damit insgesamt mehr Gestaltungsspielraum bei der Entwicklung ihres ganz eigenen Schulprofils und letztendlich einer neuen Schulkultur bietet. Freiheit bedeutet ab und an auch Mühe, denn es müssen mehr und ganz andere Entscheidungen vor Ort getroffen werden als bisher. Auch bedarf es meiner Überzeugung nach einer viel weiter reichenden Verständigung mit und innerhalb der Schulgemeinde als bisher", so der Minister. Seine Gespräche mit Schulen und seine Besuche vor Ort zeigten ihm aber in eindrucksvoller Weise, dass die Schulen längst in der Lage seien, diese Gestaltungsspielräume und Selbstverantwortung wahrzunehmen.
Der Minister nannte beispielhaft aus dem 11-Punkte-Programm, dass mit den Kontingentstundentafeln lediglich die Stundenvolumina feststünden, bei deren Ausgestaltung und Verteilung die Schule künftig große Freiräume habe. Weiterhin hätten die Schulen ab dem kommenden Schuljahr erstmals die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob ihre Schülerschaft am sinnvollsten in der 5.,6. oder 7. Jahrgangsstufe mit der 2. Fremdsprache beginnt. Ebenso verhalte es sich bei der Ausgestaltung des Nachmittagsunterrichts. Hier hätten die Schulgemeinden erstmals die Chance, ihre Unterrichtsorganisation auf die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Schule vor Ort auszurichten. "Mir ist wichtig, klar zu sagen, dass die Schulen bei der Ausgestaltung des Programms mit all ihren Fragen und Anregungen fachliche Begleitung und Unterstützung durch die speziellen G8-Ansprechpartner in den Staatlichen Schulämtern erfahren. Werben möchte ich an dieser Stelle dafür, dass die Schulen das 11-Punkte-Programm als Möglichkeit verstehen, G8 neu und besser gestalten zu können", stellte Staatsminister Jürgen Banzer fest.
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