Standards statt Flickenteppich
Die GEW NRW teilt die Ergebnisse der WDR-Umfrage unter Schulleitungen zur Offenen Ganztagsschule (OGS) und fordert Konsequenzen.
27.09.2016 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-WestfalenDie Einführung von verbindlichen Standards für mehr pädagogische Qualität ist für die Gewerkschaft eine Frage der Bildungsgerechtigkeit. „Wir haben seit Anfang verbindliche Standards für die Offene Ganztagsschule gefordert. Wir setzen auf pädagogische Betreuungsqualität. Das kostet Geld. Wir können uns aber keinen Flickenteppich leisten. Die Bildungsschancen der Kinder dürfen nicht davon abhängen, ob sie eine Grundschule in einer Kommune besuchen, die der Haushaltssicherung unterliegt oder nicht“, erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer als Reaktion auf die WDR-Umfrage. Zwar sei die Infrastruktur auch durch Bundesmittel gestärkt worden, aber nach wie vor fehle es an qualifiziertem Personal mit tariflicher Bezahlung und an der Einstellung multiprofessioneller Teams für hochwertige Angebote.
Einer Umfrage der <link schule meldung eltern-geben-ganztagsschulen-gute-noten _blank>Bertelsmann-Stiftung zufolge sei die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Ganztagsangeboten nach wir vor sehr groß, das Angebot aber unzureichend. Das eigentliche Ziel müsse aber, so die GEW-Landesvorsitzende, in der flächendeckenden Einführung des gebundenen Ganztags liegen. Schäfer wörtlich: „Wir wollen letztlich eine rhythmisierte Ganztagsschule, die nicht zwischen Unterricht und Betreuung trennt, bei der es nicht unterschiedliche Träger und keinerlei Vorgaben für das eingesetzte Personal gibt und die darüber hinaus mehr Chancengleichheit ermöglicht.“
Mit der Initiative "Bildung. Weiter denken!" hat die GEW konkrete Forderungen und Vorschläge für einen Kurswechsel in der Bildungsfinanzierung formuliert und eine Reihe von bildungspolitischen Handlungsfeldern, von der Inklusion und Integration bis hin zu Ganztag und Kita-Betreuung, definiert. „Bund und Land müssen mehr Geld für die Bildungsfinanzierung in die Hand nehmen. Das Kooperationsverbot muss fallen!“ forderte die GEW-Landesvorsitzende abschließend.
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