Start der Aktion "Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein!" des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums und der Techniker Krankenkasse

Mobbing an Schulen ist mittlerweile zu einem erheblichen Problem geworden. Nahezu jeder sechste Schüler, so schätzen Experten, ist betroffen. Die meist wiederholten Beleidigungen und Herabsetzungen können bei den Opfern sowohl tiefe physische als auch psychische Narben hinterlassen. Wie groß der Leidensdruck ist, dem die Jugendlichen ausgesetzt sind, bleibt oft von den Erwachsenen unbemerkt. Das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur hat es sich deshalb gemeinsam mit der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) zur Aufgabe gemacht, gezielt gegen dieses Phänomen vorzugehen.

04.10.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Mit dem Programm "Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein" sollen Lehrer, Schüler und Eltern im Umgang mit Mobbing gestärkt werden. "Überall dort, wo Menschen zusammenkommen, ist es normal, dass Konflikte entstehen. Entscheidend ist, wie man mit ihnen umgeht. In der Schule sollte daher nicht nur der reine Lernstoff vermittelt werden, sondern auch, wie man sich achtsam und respektvoll verhält. Das neue Programm ergänzt die bereits im Land vorhandene breite Palette von Projekten und Programmen im Bereich der Gewaltprävention hervorragend", betont Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß.

Auch die Leiterin der TK-Landesvertretung, Anneliese Bodemar, ist davon überzeugt, dass in den Schulen eine regelrechte Anti-Mobbing-Kultur etabliert werden muss: "Wenn es uns gelingt, unsere Kinder zu stärken und sie dabei zu unterstützen, andere einzubeziehen statt diese auszugrenzen, haben wir schon viel erreicht. Hierbei ist es die Aufgabe von uns Erwachsenen vorzuleben, wie sich ein versöhnliches Zusammenleben gestalten und ein Konflikt konstruktiv gelöst werden kann. Mit dem Präventionsprogramm sollen Methoden vermittelt werden, mit deren Hilfe Auseinandersetzungen erfolgreich bewältigt werden können."

"Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein!" wurde im Auftrag der TK vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) Hamburg entwickelt. In der Pilotphase an zwölf Hamburger Schulen wurde das Projekt evaluiert und zeigte vor allem im Hinblick auf die Faktoren "Aggression" und "Diskriminierung" positive Effekte. Mittlerweile wird das Präventionsprogramm auch in anderen Bundesländern erfolgreich umgesetzt und nun auch in Rheinland-Pfalz angeboten. Primäres Ziel des Programms ist es, Lehrkräfte, Schüler und Eltern für mobbingbegünstigende Strukturen zu sensibilisieren und ihnen gleichzeitig Verhaltensvariationen vorzustellen, mit welchen diese aufgelöst werden können.

Das Präventionsangebot richtet sich an alle weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz. In Fortbildungsveranstaltungen werden interessierte Lehrer durch den schulpsychologischen Dienst des Landes Rheinland-Pfalz in das Programm und seine Materialien eingeführt. Kern des Programms ist eine Projektwoche, die vorrangig in der fünften Klassenstufe durchgeführt wird. Die in diesen Klassen eingesetzten Lehrerinnen und Lehrer werden durch Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in das Programm und seine Materialien eingeführt. Durch Rollenspiele und Übungen lernen Schüler Konfliktsituationen zu lösen und Regeln für ein friedliches und respektvolles Miteinander zu erarbeiten. Zur Unterstützung erhalten die Schulen einen "Anti-Mobbing-Koffer", bestehend aus Unterrichtsmaterialien, Anleitungen, DVDs und weiterem Informationsmaterial. Die TK stellt für die Schulen im Land insgesamt 1.000 Koffer zu Verfügung.

Mehr zum Programm "Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein!" im Internet unter: www.tk.de/lv-rheinlandpfalz


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden