"START" erstmals in Brandenburg: Aufnahme von sechs Schülerinnen und Schülern in das START- Schülerstipendienprogramm für begabte Zuwanderer

Das START-Programm hat in Brandenburg ein Finanzvolumen von rund 100.000 €. Die beteiligten Stiftungen übernehmen die Kosten der Stipendien, der Stelle der Landeskoordinatorin sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Das Projekt wird im Land Brandenburg durch die Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule koordiniert.

20.11.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Sechs leistungsstarke und engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus Brandenburg erhalten heute im Rahmen einer Festveranstaltung in Potsdam ihre Aufnahmeurkunde als START-Stipendiaten. Die vier Mädchen und zwei Jungen, die aus rund 100 beeindruckenden Bewerbungen ausgewählt wurden, sind afghanischer, georgischer, kasachischer, kosovarischer, russischer und ukrainischer Herkunft. Sie besuchen die Klassen 9 bis 13 an einer Gesamtschule und fünf Gymnasien. Die jungen Stipendiaten erhalten auf ihrem Weg zum Abitur eine besondere Unterstützung: Neben einem PC mit Internetzugang stehen ihnen monatlich 100 € Bildungsgeld sowie kostenlose Beratungsangebote und Bildungsseminare zur Verfügung.

Das START-Programm wird in Brandenburg von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Freudenberg Stiftung, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und der RAA Brandenburg als gemeinsame Bildungsinitiative angeboten. START soll begabten und gesellschaftlich engagierten jungen Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen erleichtern. Als "Investition in Köpfe" soll es einen Beitrag zur Integration und zur Toleranz zwischen jungen Menschen in Deutschland leisten.

"Bildung ist der Schlüssel für eine gelingende Integration von Migrantenkindern in unsere Gesellschaft - eine Gesellschaft, die auf Zuwanderer angewiesen ist. Die START-Stipendiaten, Jugendliche mit großem Persönlichkeitspotenzial, fungieren als Botschafter und zeigen, dass man es in Deutschland als Zuwanderer zu etwas bringen kann", so Dr. Kenan Önen, Projektleiter START der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. "START gibt der Integration von jungen Menschen mit einer familiären Migrationsbiographie Gesichter. START schafft Vorbilder und zeigt, welche Unterstützung Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg brauchen: Ermutigung, individuelle Förderung, Anerkennung von Eigeninitiative und Vernetzung mit anderen jungen Leuten, die etwas bewegen wollen", so Christian Petry, Geschäftsführer der Freudenberg Stiftung gGmbH.

Bildungsminister Holger Rupprecht befürwortet das Projekt: "Das START-Stipendienprogramm leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration", so Rupprecht. "Erfolgreiche Migranten, die Chancengleichheit erfahren konnten, stellen Vorbilder für andere Migranten dar." Darin, so der Bildungsminister, liege auch eine Chance für das Land Brandenburg. "Vor dem Hintergrund des absehbaren Fachkräftemangels werden wir künftig verstärkt auf integrierte, engagierte und gut ausgebildete Zuwanderer angewiesen sein."

Alfred Roos, Geschäftsführer der RAA Brandenburg, sieht in dem Programm die Chance, "die Bemühungen und Leistungen von Zuwanderern für eine gute Zukunft in Brandenburg öffentlich zu würdigen. Die Gespräche mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten zeigen uns, dass Integrationsfragen nicht immer mit Problemdarstellungen verknüpft sein müssen. Sie zeigen uns, welche Chancen gelingende Integrationsprozesse für die Schülerinnen und Schüler und die brandenburgische Gesellschaft bieten."

Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt und können bei besonders guten Leistungen und anhaltendem gesellschaftlichen Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden. Den Kern des Stipendiums bilden Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung, themenspezifische Seminare, Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen sowie die Vermittlung von Praktika.

Bundesweit werden im START-Programm im Schuljahr 2006/2007 mehr als 400 Schülerinnen und Schüler aus rund 50 Herkunftsländern gefördert. Im Jahr 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Hessen ins Leben gerufen, konnte START mittlerweile mit Hilfe von mehr als 80 Kooperationspartnern in 14 Bundesländern aufgebaut werden. Neben Brandenburg und Hessen gibt es START auch in Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Seit dem Schuljahr 2006/2007 können sich auch begabte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus Wien, Österreich, bewerben.

Kontakt:

Landeskoordination START-Brandenburg
RAA-Brandenburg
Karin Wieckhorst
Friedrich-Engels-Straße 1
14473 Potsdam
Tel.: 0331-7 47 80-0
Fax: 0331-7 47 80-20
E-Mail:


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