Start für Landesprogramm "Gute Gesunde Schule"
Die Senatsbildungsverwaltung, die Bertelsmann Stiftung, elf Krankenkassen und die Unfallkasse Berlin starten das Landesprogramm "Gute Gesunde Schule". Die Rahmenvereinbarung zum Landesprogramm ist heute in Berlin unterzeichnet worden.
27.07.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungZiel des Landesprogramms "Gute Gesunde Schule" ist es, die gesundheitliche Situation von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften zu verbessern. Die Schulen werden durch Fort- und Weiterbildungen zur Gesundheitsförderung unterstützt: Dazu gehören beispielsweise ein gesundheitsförderliches Schulmanagement, Stressbewältigungskurse für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Maßnahmen zur Ernährungs- und Bewegungserziehung und auch zur Suchtprophylaxe. Um die Wirksamkeit der Präventionsmaßnahmen zu verbessern, wollen die Programmpartner das Engagement der Eltern verstärken.
In den Berliner Schulen gibt es bereits viele erfolgreiche Einzelprojekte, die die gesunde Lebensführung der Schülerinnen und Schüler fördern:
- So nehmen in diesem Jahr 600 Klassen an einem Gesundheitsförderungsprojekt für Grundschüler (Klasse 2000) teil.
- 30 Grundschulen werden eine Bewegungsbaustelle zur Förderung der Motorik erhalten.
- 300 Klassen beteiligen sich an einem Wettbewerb zur Förderung des Nichtrauchens.
- Kurse zur Gesunden Ernährung werden an vielen Schulen durchgeführt.
- Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin-Brandenburg berät Schulen und Schulträger bei der Essensversorgung.
- 540 Lehrerinnen, Lehrer und Erzieherinnen sowie 5 320 Schülerinnen und Schüler aus 13 Schulen aller Schularten aus Berlin-Mitte nehmen am Projekt Anschub.de teil. Anschub.de ist ein Kooperationsprojekt, das die Senatsverwaltung für Bildung gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung und der AOK Berlin seit 2004 in sozialen Brennpunkten durchführt.
Das Projekt Anschub.de stand Pate bei der Konzeption des Landesprogramms "Gute gesunde Schule". Die Einzelprojekte werden unmittelbare Bestandteile der Schulprogramme der teilnehmenden Schulen. So dokumentiert die Schule einen ganzheitlichen Ansatz von Gesundheit und Bildung.
Da die Bildungs- und Gesundheitsdefizite in sozialen Brennpunktgebieten besonders groß sind, beginnt das Landesprogramm im Schuljahr 2006/07 im Bezirk Neukölln. Schon jetzt haben 17 Neuköllner Schulen ihr Interesse an einer Teilnahme signalisiert. 25 Schulen können im kommenden Schuljahr durch qualifizierte Koordinatoren beraten, fortgebildet und unterstützt werden. Dafür wird die Bildungsverwaltung 1,5 Lehrerstellen einsetzen.
Bildungssenator Klaus Böger: "Gesunder Geist in gesundem Körper. Untersuchungen zeigen, dass viel zu viele Kinder und Jugendliche nicht wissen, was gesundes Essen, wie wichtig Sport und Bewegung und wie gefährlich Nikotin, Alkohol und Drogen sind. Deshalb handeln wir: Wir wollen die vielen wichtigen Mosaiksteinchen zu einem Gesamtmosaik zusammenführen. Dadurch stellen wir die Gesundheitsförderung in den Berliner Schulen auf eine neue, größere und langfristige Basis. Ich danke allen Programmpartnern für ihr großes Engagement."
Frau Dr. Brigitte Mohn (Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung): "Wir freuen uns sehr, dass Berlin als bundesweit erstes Land ein umfassendes Programm zur Gesundheit in Schulen derart strukturiert umsetzt. Dies ist nur möglich, weil sich so viele Träger an dem Landesprogramm beteiligen. Bereits vor zwei Jahren startete die Bertelsmann Stiftung an einigen ausgewählten Schulen ein Projekt für mehr Gesundheit an den Schulen. Ziel war immer, diesen Ansatz in die Breite zu tragen. Dies ist jetzt in Berlin gelungen."
Rolf D. Müller (Vorsitzender des Vorstands der AOK Berlin): "Ich habe Prävention und Gesundheitsförderung immer als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen. Denn eine solch langfristige gesellschaftliche Entwicklungsaufgabe kann nur durch eine breite Allianz aller Beteiligten dauerhaft abgesichert werden. Umso mehr freue mich, dass in Berlin so viele Partner dem Landesprogramm beigetreten sind und wir einen breiten Schulterschluss erreichen konnten."
Frau Cornelia Liebelt (Leiterin der Landesvertretung Berlin/Brandenburg der Techniker Krankenkasse): "Schul-, Familien-, Sozial-, aber auch Umwelt- oder Wirtschaftspolitik stellen wichtige präventive Handlungsfelder dar, die maßgeblich auch die Rahmenbedingungen für den Erfolg von Prävention und Gesundheitsförderung in der Gesetzlichen Krankenversicherung prägen. Wir freuen uns deshalb über die Einladung zum Mittun, um mit unseren Erfahrungen und unserem Potenzial zum Gelingen dieses Projektes beitragen zu können."
Projektpartner sind: AOK Berlin, Barmer Ersatzkasse, BKK Landesverband Ost, Gmünder Ersatzkasse GEK, HZK - Die Profi-Krankenkasse, Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin, Techniker Krankenkasse, Deutsche Angestellten Krankenkasse DAK, Knappschaft, Krankenkasse für den Gartenbau, Unfallkasse Berlin, Bertelsmann-Stiftung, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
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