"START" für Schleswig-Holstein: Schülerstipendien für begabte Zuwanderer werden erstmals ausgeschrieben

\*Elf Stipendien für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund im Schuljahr 2005/2006 \* START-Schleswig-Holstein ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutsche Bank Stiftung - Stiftung Handelsbank in Lübeck, der Dräger-Stiftung, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, des Ministeriums für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und der Possehl-Stiftung

01.11.2005 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Das Schülerstipendium START für begabte Zuwanderer wird erstmals landesweit in Schleswig-Holstein ausgeschrieben. Zum Schuljahr 2005/2006 werden elf Stipendien an leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund vergeben: Auf ihrem Weg zu einem qualifizierten Schulabschluss erhalten sie einen PC mit Internetzugang, monatlich 100 Euro Bildungsgeld sowie kostenlose Beratungsangebote und Bildungsseminare. START will eine Zunahme von höheren Bildungsabschlüssen bei Zuwandererkindern erreichen und ihnen gute Wege in Bildung und Ausbildung ermöglichen. Das Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung führen START-Schleswig-Holstein jetzt in Kooperation mit der Deutsche Bank Stiftung - Stiftung Handelsbank in Lübeck, der Dräger-Stiftung und der Possehl-Stiftung landesweit ein.

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave stellte das Projekt in Kiel vor. Sie sagte: "Ich freue mich, dass nun auch junge Menschen aus Schleswig-Holstein die Möglichkeit erhalten, mit Hilfe von START eine bessere Schulausbildung und damit einen besseren Start in das Berufsleben zu schaffen." Sie dankte der Hertie-Stiftung und insbesondere den schleswig-holsteinischen Sponsoren für die Unterstützung. "START ist nicht nur vorbildlich, weil es sich einer von unserem Bildungssystem bislang oft vernachlässigten Gruppe - die der Jugendlichen aus Zuwandererfamilien - annimmt. START ist auch ein hervorragender Beweis dafür, wie aus einem einzelnen bürgerschaftlichen Engagement eine regelrechte Bewegung entstehen kann", so die Ministerin weiter.

Im Jahr 2002 wurde START von der Hertie-Stiftung in Hessen eingeführt. Derzeit wird das Programm in Zusammenarbeit mit Stiftungen, Städten, Landkreisen, Ministerien, Unternehmen und Privatpersonen, die Stipendien finanzieren oder Personal und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, auf insgesamt 14 Bundesländer ausgeweitet. "START ist ein Signal aus der Mitte der Gesellschaft", so Dr. Kenan Önen, Projektleiter der Hertie-Stiftung. "Wir setzen auch weiterhin auf die Zusammenarbeit mit Stiftungen und anderen Partnern. Wir möchten die bürgergesellschaftliche Dynamik des Projekts nutzen und freuen uns auf neue Impulse aus Schleswig-Holstein."

Oliver Bortz, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Handelsbank in Lübeck und Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank Lübeck: "START sorgt dafür, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund bessere Chancen erhalten und sich hier wohlfühlen. Dabei will die Stiftung Handelsbank in Lübeck mithelfen: Sie ist eine junge Stiftung und unterstützt Projekte für junge Menschen. Diese sollen über sich und die oft nachteiligen Rahmenbedingungen hinauswachsen können - in der Schule, in der Freizeit und in der beruflichen Qualifikation. Die Stiftung steht in der Tradition der vormaligen Handelsbank Lübeck. Die Handelsbank Lübeck ist in der Deutschen Bank aufgegangen, aber ihr bürgerschaftliches Engagement lebt in zukunftsweisenden Projekten fort."

"Wenn in Deutschland z. B. unter den türkischen Jugendlichen fast 90% ohne Berufsausbildung sind, so deutet das auf vielfach unzureichende deutsche Sprachkenntnisse, mangelnde Schulbildung und eine fehlende Integration in die deutsche Gesellschaft hin. Diese Situation müssen wir ändern. Mit der Beteiligung an START möchte die Dräger-Stiftung begabte und sozial engagierte Migrantenkinder fordern und fördern, ihre Leistungen anerkennen und dies als ermutigende Beispiele hineintragen in nachfolgende Schülergenerationen mit Migrationshintergrund", sagte Petra Pissulla, Direktorin der Lübecker Dräger-Stiftung.

Zu den Stiftungszielen der Lübecker Possehl-Stiftung gehört u. a. die Förderung der Jugend im Bereich der Aus- und Weiterbildung. "Angesichts des großen Anteils junger Migranten in der Lübecker Bevölkerung bietet das START-Projekt eine hervorragende Möglichkeit, mit der Förderung hochbegabter und motivierter Zuwanderer unserem Stiftungszweck zu entsprechen", betonte Dr. Helmuth Pfeifer, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes.

Die elf jetzt ausgeschriebenen START-Stipendien in Schleswig-Holstein werden durch die beteiligten Stiftungen finanziert. Das Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein stellt für die Betreuung der Stipendiaten qualifiziertes Personal zur Verfügung. Insgesamt hat das Projekt START-Schleswig-Holstein ein Volumen von rund 120.000 Euro plus Personal- und Verwaltungskosten des Landes.

Die Stipendien werden zunächst für ein Jahr gewährt und gegebenenfalls bis zum Abitur verlängert. Aufnahmebedingungen sind gute schulische Leistungen und gesellschaftliches Engagement. Auch der soziale und familiäre Hintergrund der Kandidaten wird mitberücksichtigt. Neben der Bewerbung der Schülerinnen und Schüler ist das Gutachten einer Lehrkraft oder der Schulleitung erforderlich.

Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich die Bewerbungsunterlagen unter www.start.ghst.de (Wo es START gibt --> Schleswig-Holstein) herunterladen oder sie wenden sich an den Landeskoordinator START-Schleswig-Holstein: Jochen Frese, Ministerium für Bildung und Frauen, III 438, Brunswiker Str. 16-22, 24105 Kiel, Tel. (04 31) 9 88 24 09, Fax (04 31) 9 88 25 48, E-Mail:

Die Bewerbungen müssen bis zum 12. Dezember 2005 dort eingegangen sein.

Im START-Programm werden zurzeit insgesamt 159 Schülerinnen und Schüler aus 35 Herkunftsländern gefördert. START wird von über 50 Partnern - Stiftungen, Ministerien, Unternehmen und Privatpersonen - getragen. Neben Hessen und Schleswig-Holstein gibt es START in Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen. Für das laufende Schuljahr ist die Einführung von START außerdem in Niedersachsen geplant.

Pressekontakt

Claudia Finke,
Information und Kommunikation, Gemeinnützige Hertie-Stiftung,
Tel. (0 69) 66 07 56-143, Fax (0 69) 66 07 56-306,

Sven Zylla,
Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein,
Tel. (04 31) 9 88 58 05,
E-Mail:

Koordinierungsstelle START-Schleswig-Holstein

Jochen Frese, Landeskoordinator START-Schleswig-Holstein
Ministerium für Bildung und Frauen, III 438,
Brunswiker Str. 16-22, 24105 Kiel Tel. (04 31) 9 88 24 09, Fax (04 31) 9 88 25 48


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