START Hamburg geht weiter - Dritter START-Stipendiatenjahrgang aufgenommen

16 leistungsstarke und sozial engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind heute im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Kaisersaal des Hamburger Rathauses in das START-Stipendienprogramm aufgenommen worden. Die sechs Mädchen und zehn Jungen wurden von acht Projektpartnern, die START in Hamburg wie im vergangenen Jahr als gemeinsame Bildungsinitiative anbieten, aus einer großen Anzahl von Bewerbern ausgewählt. Die 15 bis 20 Jahre alten Stipendiatinnen und Stipendiaten sind afghanischer, bosnischer, ghanaischer, indischer, iranischer, polnischer, serbischer und türkischer Herkunft und besuchen die Klassen 10 bis 12 in zehn Gymnasien und einer Gesamtschule. Auf ihrem Weg zum Abitur erhalten die Schülerinnen und Schüler eine finanzielle wie auch eine ideelle Förderung.

29.08.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Seit seiner Einführung im April 2005 hat das START-Programm in Hamburg ein erfreuliches Wachstum gezeigt: Mit den 16 neu aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten umfasst das Programm mittlerweile die Förderung von insgesamt 32 Schülerinnen und Schülern. Auch der Kreis der Projektpartner ist gewachsen. Anfänglich unterstützten sechs Partner das START-Programm, inzwischen sind es acht: die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., die Bankhaus Wölbern Stiftung, die Dürr-Stiftung, die J. und E. Frauendorfer-Förderstiftung, die Behörde für Bildung und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg, die UBS Optimus Foundation Deutschland und die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Die Stiftungen und die Behörde für Bildung und Sport der Freien und Hansestadt tragen gemeinsam die Finanzierung der Stipendien. Die Bildungsbehörde hat darüber hinaus für die Projektbetreuung die Stelle eines Landeskoordinators eingerichtet. Das ursprünglich bei 140.000 € liegende Finanzvolumen wurde im dritten Förderjahr auf insgesamt 370.000 € erhöht. "START hat vom Start weg bewiesen, dass sich diese Initiative mit großem Erfolg für die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund einsetzt. Mittlerweile haben die ersten START-Stipendiaten die Schule verlassen und übernehmen eine Vorbildfunktion für kommende Jahrgänge in Sachen gelungener Integration. Ich danke allen Beteiligten für ihr wertvolles Engagement", betonte Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig.

"Zwei erfolgreiche START-Jahre in Hamburg haben gezeigt: Bildung ist der Schlüssel für eine gelingende Integration von Migrantenkindern in unsere Gesellschaft – eine Gesellschaft, die auf Zuwanderer angewiesen ist. Die START-Stipendiaten, Jugendliche mit großem Persönlichkeitspotential, fungieren als Botschafter und zeigen, dass man es in Deutschland als Zuwanderer zu etwas bringen kann. Diese Jugendlichen wollen wir weiter unterstützen", so Dr. Kenan Önen, Projektleiter START der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Die an START beteiligten Projektpartner, die bereits in den vergangenen zwei Jahren an der Vergabe von 25 Stipendien mitgewirkt haben, unterstreichen die Relevanz des Stipendienprogramms. "START gibt begabten Zuwandererkindern die Gelegenheit, sich in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen und damit zu verdeutlichen, welche Bereicherung sie für unsere Gesellschaft sind", so Dr. Hedwig Dürr im Namen der START-Partner in Hamburg.

Als "Investition in Köpfe" soll START einen Beitrag zu Integration und Toleranz zwischen jungen Menschen in Deutschland leisten. Darüber hinaus hat das Stipendienprogramm zum Ziel, begabten und gesellschaftlich engagierten jungen Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen zu erleichtern. So werden die START-Stipendien zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei besonders guten Leistungen und anhaltendem gesellschaftlichen Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden. Diese Ziele haben die ersten neun START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten, die in diesem Jahr ihr Abitur abgelegt haben – darunter drei mit der Note 1,0 – mit Bravour erreicht.

Auf ihrem Weg zum Abitur erhalten die jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten eine besondere Unterstützung in Form eines PCs mit Internetzugang und monatlich 100 € Bildungsgeld. Den Kern des Stipendiums bilden Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung, themenspezifische Seminare, Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen sowie die Vermittlung von Praktika. Welche Bedeutung diese Förderung hat, erläutert der 19-jährige Ali-Cina Fahimi, der im vergangenen Jahr in das START-Programm in Hamburg aufgenommen wurde: "START gibt Impulse in die richtige Richtung: Das Programm baut auf dem vorhandenen Potential von Zuwandererkindern auf und fördert dieses zusätzlich. Genau das ist wichtig für eine gelingende Integration in die Gesellschaft."

In den einzelnen Bundesländern finden außerdem gesonderte START-Aktivitäten statt. In Hamburg zählten dazu bislang neben drei Seminaren zu den Themen "Medien", "Ökotechnologie" und "Gesellschaftstanz" auch der Besuch Europäischer Institutionen in Brüssel auf Einladung des Hamburger Europa-Abgeordneten Vural Öger, Ausflüge zu Kunstausstellungen mit Werken von Oskar Kokoschka und Frieda Kahlo sowie Opern-, Theater-, Musical- und Kinobesuche. Auch für die Neuankömmlinge hält das Programm lehrreiche und spannende Projekte bereit. Geplant sind bereits ein Seminar zum Klimawandel sowie ein Besuch der Ausstellung der französischen Impressionisten in Berlin.

Im START-Programm werden im Schuljahr 2007/2008 rund 500 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern gefördert. Im Jahr 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Hessen ins Leben gerufen, konnte START mittlerweile mit Hilfe von rund 90 Kooperationspartnern in 14 Bundesländern aufgebaut werden. Neben Hamburg und Hessen gibt es START auch in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Seit dem Schuljahr 2006/2007 gibt es auch in Wien, Österreich, zehn STARTStipendiaten.

Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
Ivo Hartung
Landeskoordinator START-Hamburg
Felix-Dahn-Str. 3, 20357 Hamburg
Tel.: 040-42838-3840
Fax: 040-42838-3610
E-Mail: Ivo.Hartung( at )li-hamburg.de

Gemeinnützige Hertie-Stiftung
c/o ICPAHL & GÜTTLER
Silke Güttler
Gluckstr. 27 H
60318 Frankfurt a. M.
Tel.: 0 69-66 12 48 52
Fax: 0 69-66 12 48 53
E-Mail: S.Guettler( at )icpahl.de


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