Berlin

START in Berlin: 17 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erhalten Stipendium – Bedarf an Bildungsförderung ist weiterhin hoch

- In Berlin werden insgesamt 39 Schülerinnen und Schüler durch sieben Partner gefördert - Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner zeichnet die Jugendlichen aus

05.11.2010 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Aus Berlin werden heute neun Mädchen und acht Jungen in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen. Sie erhalten nun eine materielle Unterstützung in Form eines Bildungsgeldes in Höhe von monatlich 100 € und einer PC-Grundausstattung mit Internetanschluss sowie eine intensive ideelle Förderung im Bildungsbereich. Mit dem Stipendium werden sie für gesellschaftliches Engagement und gute schulische Leistungen (Notendurchschnitt von 2,5 und besser) ausgezeichnet. START hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern. Getragen wird das START-Stipendienprogramm in Berlin von der START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH und der Deutsche Bank Stiftung, The Goldman Sachs Foundation, Pro Humanitate et Arte e.V., dem Rotary Club Berlin-Gendarmenmarkt, der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin und der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft". START hat in Berlin, wo es seit 2006 angeboten wird, insgesamt ein Finanzvolumen von rund 1,2 Mio. € erreicht.

Berlin ist in diesem Jahr Gastgeber der gemeinsamen Aufnahmezeremonie der Neu- stipendiatinnen und -stipendiaten aus Berlin und Brandenburg. Die Berliner Jugendlichen erhalten ihre Aufnahmeurkunden u.a. aus den Händen von Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner. "Mit dem START-Stipendium können Schülerinnen und Schüler ihre Talente und ihre Leistungsbereitschaft unabhängig von Herkunfts- und Statusfragen entfalten und sich als aktiven Teil der Zivilgesellschaft wahrnehmen. START fördert neben den Leistungsaspekten Engagement und Verantwortungsbereitschaft der Stipendiatinnen und Stipendiaten und leistet damit einen wesentlichen Beitrag für eine gelungene Integration und Teilhabe an unserer Gesellschaft", unterstreicht der Senator. Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 18 Jahre alt und äthiopischer, israelischer, jordanischer, libanesischer, marokkanischer, moldawischer, peruanischer, polnischer, simbabwischer, türkischer, ukrainischer und vietnamesischer Herkunft. Zwölf besuchen Gymnasien, vier Gesamtschulen und einer die Realschule. Durchgesetzt haben sich die Jugendlichen unter mehr als 100 Bewerbern.

In den 14 Bundesländern, in denen START in diesem Jahr für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 (bei 13-jähriger Schulzeit) bzw. 8 und 9 (bei 12-jähriger Schulzeit) ausgeschrieben war, haben sich mehr als 2.000 Jugendliche beworben. Davon können insgesamt rund 200 junge Menschen aufgenommen werden. "Wir sind sehr stolz darauf, dass zehn Prozent aller diesjährigen Bewerber von den Angeboten des START-Stipendienprogramms profitieren können", betont Dr. Kenan Önen, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH. "Mit der gezielten Bildungsförderung will START dazu beitragen, dass mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund das Abitur machen."

In Berlin werden aktuell 39 Schülerinnen und Schüler gefördert. Zum Ende des vergangenen Schuljahrs haben drei Stipendiatinnen und Stipendiaten das Abitur abgelegt. Damit zählt Berlin insgesamt bereits 25 Abiturienten, die sich im START-Alumni-Verein weiterhin vernetzen können. "Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft unserer Gesellschaft. Die großen Erfolge der START-Stipendiaten zeigen, dass Bildung Integration möglich macht", unterstreicht Marlehn Thieme, Deutsche Bank Stiftung, in Vertretung der START-Partner in Berlin.

In den 14 START-Bundesländern (alle außer Bayern und Baden-Württemberg) haben seit Beginn des Programms insgesamt 485 Jugendliche das Abitur abgelegt – das sind 97 Prozent aller geförderten Jugendlichen des jeweiligen Jahrgangs. Zu diesem Erfolg trägt die ideelle Förderung maßgeblich bei. Sie umfasst verpflichtende Bildungsseminare beispielsweise zu den Themen "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik" genauso wie frei wählbare Seminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich, die den Jugendlichen ermöglichen, ihren individuellen Interessen und Talenten intensiv nachzugehen. Hinzu kommen Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung und die Vermittlung von Praktika.

Die jetzt in Berlin aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten zählen zu bundesweit insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schülern, die aktuell unterstützt werden. Den Jugendlichen wird das START-Stipendium zunächst für ein Jahr gewährt. Bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement wird es in der Regel bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert.

Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten des Jahrgangs 2010/2011 (aus Daten- schutzgründen wird auf die Angabe von Nachnamen verzichtet):

Vorname w/m Alter Herkunftsland
Abdullatif m 16 Libanon
Amira Sophie w 14 Marokko
Angela w 15 Polen
Davor m 15 Polen
Deborah Grace Sharon w 14 Äthiopien
Duc Bao m 18 Vietnam
Feven w 14 Äthiopien
Habibe Seda w 15 Türkei
Ihor m 18 Ukraine
Linda w 15 Peru
Mulla m 15 Türkei
Nassem m 16 Jordanien
Noah m 15 Israel
Rolan w 15 Libanon
Savannah Sipho w 14 Simbabwe
Victoria w 14 Moldawien
Yunus m 15 Türkei

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen über 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Seit 2007 führt die START-Stiftung gemeinnützige GmbH als Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung das Programm durch. Im Schuljahr 2010/2011 werden insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schüler aus rund 70 Herkunftsländern gefördert. Zusammen mit den Stipendiaten, die bereits das Abitur abgelegt haben, profitier(t)en rund 1.200 Stipendiaten von dem Programm. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.

Kontakt:
Senatsverwaltung für Bildung,
Wissenschaft und Forschung
Karin Metzdorf
Landeskoordinatorin START in Berlin
Otto-Braun-Str. 27
10178 Berlin
Tel.: 0 30-90 227 54 74
Fax: 0 30-90 227 50 65
E-Mail:

Pressekontakt:
START-Stiftung gGmbH
c/o ICPAHL & GÜTTLER
Silke Güttler
Gluckstr. 27 H
60318 Frankfurt a.M.
Tel.: 0 69-66 12 48 52
Fax: 0 69-66 12 48 53
E-Mail:


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden