Sachsen-Anhalt

START in Sachsen-Anhalt: Fünf Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erhalten Stipendium

- In Sachsen-Anhalt werden insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler durch vier Partner gefördert - Ministerialrat Dr. Bernd Küster zeichnet die Jugendlichen aus

01.11.2010 Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Aus Sachsen-Anhalt werden heute drei Mädchen und zwei Jungen in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen. Sie erhalten nun eine materielle Unterstützung in Form eines Bildungsgeldes in Höhe von monatlich 100 € und einer PC-Grundausstattung mit Internetanschluss sowie eine intensive ideelle Förderung im Bildungsbereich. Mit dem Stipendium werden sie für gesellschaftliches Engagement und gute schulische Leistungen (Notendurchschnitt von 2,5 und besser) ausgezeichnet. START hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern. Getragen wird das START-Stipendienprogramm in Sachsen-Anhalt von der START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH und der Deutsche Bank Stiftung, dem Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt und der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. START hat in Sachsen-Anhalt, wo es seit 2006 angeboten wird, insgesamt ein Finanzvolumen von 460.000 € erreicht.

Thüringen ist in diesem Jahr Gastgeber der ersten gemeinsamen Aufnahmezeremonie der Neustipendiatinnen und -stipendiaten aus Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die fünf Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt nehmen ihre START-Stipendiumsurkunden zusammen mit den ebenfalls fünf Neustipendiatinnen und -stipendiaten aus Thüringen im Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt entgegen. Der anwesende Ministerialrat Dr. Bernd Küster, Referatsleiter im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, unterstreicht: "Erfreulich ist, dass es auch in diesem Jahr wieder eine Vielzahl würdiger Bewerberinnen und Bewerber für das START-Stipendienprogramm in Sachsen-Anhalt gegeben hat. Sie alle wollen nicht nur hier leben, sondern sich auch eine berufliche und persönliche Perspektive schaffen. Dafür sind eine gute Schulbildung und die Bereitschaft sich einzubringen ein wichtiger Schlüssel." Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 16 Jahre alt und russischer, türkischer und vietnamesischer Herkunft. Sie besuchen alle Gymnasien. Durchgesetzt haben sich die Jugendlichen unter rund 50 Bewerbern.

In den 14 Bundesländern, in denen START in diesem Jahr für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 (bei 13-jähriger Schulzeit) bzw. 8 und 9 (bei 12-jähriger Schulzeit) ausgeschrieben war, haben sich mehr als 2.000 Jugendliche beworben. Davon können insgesamt rund 200 junge Menschen aufgenommen werden. "Wir sind sehr stolz darauf, dass zehn Prozent aller diesjährigen Bewerber von den Angeboten des START-Stipendienprogramms profitieren können", betont Mostapha Boukllouâ, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH. "Mit der gezielten Bildungsförderung will START dazu beitragen, dass mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund das Abitur machen."

In Sachsen-Anhalt werden aktuell 19 Schülerinnen und Schüler gefördert. Zum Ende des vergangenen Schuljahrs haben drei Stipendiatinnen und Stipendiaten das Abitur abgelegt. Damit zählt Sachsen-Anhalt insgesamt bereits neun Abiturienten, die sich im START-Alumni-Verein weiterhin vernetzen können. "Bildung ist eine Voraussetzung für wirkliche Integration. Das START-Programm mit seinen sichtbaren Erfolgen ist ein Beispiel dafür, wie die Herausforderung "Integration" gelebt und bestanden werden kann. Es entspricht dem Selbstverständnis von Stiftungen als Trägern bürgerschaftlichen Engagements, solche Prozesse mit zu gestalten und zuverlässig zu ermöglichen", unterstreicht Eckehard Martens, stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, für die START-Partner in Sachsen-Anhalt.

In den 14 START-Bundesländern (alle außer Bayern und Baden-Württemberg) haben seit Beginn des Programms insgesamt 485 Jugendliche das Abitur abgelegt – das sind 97 Prozent aller geförderten Jugendlichen des jeweiligen Jahrgangs. Zu diesem Erfolg trägt die ideelle Förderung maßgeblich bei. Sie umfasst verpflichtende Bildungsseminare beispielsweise zu den Themen "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik" genauso wie frei wählbare Seminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich, die den Jugendlichen ermöglichen, ihren individuellen Interessen und Talenten intensiv nachzugehen. Hinzu kommen Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung und die Vermittlung von Praktika.

Die jetzt in Sachsen-Anhalt aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten zählen zu bundesweit insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schülern, die aktuell unterstützt werden. Den Jugendlichen wird das START-Stipendium zunächst für ein Jahr gewährt. Bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement wird es in der Regel bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert.

Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten des Jahrgangs 2010/2011 (aus Datenschutzgründen wird auf die Angabe von Nachnamen verzichtet):

Vorname w/m Alter Herkunftsland Wohnort
Lan Nhi w 16 Vietnam Elbingerode
Duy Anh w 15 Vietnam Halle (Saale)
Amina w 15 Russland Magdeburg
Cem m 14 Türkei Magdeburg
Sakin m 16 Türkei Merseburg



Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen über 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Seit 2007 führt die START-Stiftung gemeinnützige GmbH als Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung das Programm durch. Im Schuljahr 2010/2011 werden insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schüler aus rund 70 Herkunftsländern gefördert. Zusammen mit den Stipendiaten, die bereits das Abitur abgelegt haben, profitier(t)en rund 1.200 Stipendiaten von dem Programm. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.

Kontakt:
Landesverwaltungsamt Halle
Referat 504
Petra Handschuh
Landeskoordinatorin START in Sachsen-Anhalt
Ernst-Kamieth-Straße 2
06112 Halle
Tel.: 03 45-514 20 25
Fax: 03 45-514 20 99
E-Mail:

Pressekontakt:
START-Stiftung gGmbH
c/o ICPAHL & GÜTTLER
Silke Güttler
Gluckstr. 27 H
60318 Frankfurt a.M.
Tel.: 0 69-66 12 48 52
Fax: 0 69-66 12 48 53
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