Startschuss für "Zeitgenössische Musik in der Schule"
29. August 2008, 11.00 - 14.00 Uhr, Auftaktveranstaltung Sparkassenverband Niedersachsen, Schiffgraben 6 - 8, 30169 Hannover
29.08.2008 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsische Sparkassenstiftung (NSKS)Mit dem neuen Schuljahr startet die Niedersächsische Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Kultusministerium das Projekt "Zeitgenössische Musik in der Schule" zum dritten Mal. Musiker, Komponisten und Ensembles werden den Musikunterricht besuchen und gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der 5. bis 13. Klasse Themen der zeitgenössischen Musik erarbeiten. Dabei stehen vor allem die Praxis, das Musik-Erfinden und Experimentieren mit Klängen und Instrumenten im Mittelpunkt. Über diesen direkten Zugang werden auch Schüler angesprochen, die vorher noch kein Instrument gespielt haben. 25 niedersächsische Schulen, darunter drei Förder-, eine Real- und eine kooperative Gesamtschule, haben Künstler wie das DUO CONRADI/GEHLEN, Ensemble L´Art pour L´Art und das Nomos-Quartett zu Gast.
"Die Förderung der Neuen Musik als einer lebendigen, experimentellen Kunst liegt uns besonders am Herzen. Das Projekt >Zeitgenössische Musik in der Schule< ermöglicht den Jugendlichen nicht nur den Zugang zur Musik, sondern auch die Begegnung mit der eigenen Kreativität; im Zeitalter der Neuen Medien kommt dies häufig zu kurz.", so Thomas Mang, Präsident der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.
Die Auftaktveranstaltung am 29. August dient vor allem zur ersten Begegnung der beteiligten Musiklehrer und Künstler, um Unterrichts- und Projektkonzepte vorzustellen, Wünsche und Fragen zu diskutieren.
13 Themen zeitgenössischer Musik haben die Künstler im Gepäck. Während einige sich spielerisch aber durchaus sehr ernsthaft dem Komponieren widmen, z.B. "Kompositionsspiele erfinden" (Ensemble L´Art pour L´Art) und "Neue Musik - Konzeption und Komposition" (Julia Deppert-Lang und Benjamin Lang), verknüpfen andere die Musik mit weiteren Künsten, z.B. "Musiktheater Werkstatt" (Tatjana Prelevič, Angelina Soller, Diego Leon) oder "Wort, Musik und Bewegung" (Lenka Župková, Mihkail Honesseau). Zeitgenössischer Jazz steht für die Band schultzing im Mittelpunkt.
Der Komponist Thomas Meadowcroft sucht in "Original, Cover und dirigierte Improvisation" Gemeinsamkeiten von Pop-Songs und neuer Musik. Das Nomos-Quartett hat speziell ein Angebot auf Streicherklassen zugeschnitten.
Das Projekt findet in Kooperation mit dem bundesweiten Verband deutscher Schulmusiker (VDS), Landesverband Niedersachsen des VDS und dem Zentrum Musik 21 statt.
Folgende niedersächsische Schulen beteiligen sich am Projekt "Zeitgenössische Musik in der Schule" 2008/2009:
Realschule Oedeme, Lüneburg
Gymnasium Athenaeum, Stade
Liebfrauenschule Oldenburg
Ubbo-Emmius-Gymnasium, Leer
Gymnasium am Wall, Verden
Domgymnasium Verden
Ratsgymnasium, Rotenburg (Wümme)
St.-Viti-Gymnasium Zeven
Kooperative Gesamtschule Leeste, Weyhe
Gymnasium Syke
ILMASI-Schule (Förderschule), Garbsen
Michelsenschule Hildesheim
Anne-Frank-Schule (Förderschule), Hildesheim
Ratsgymnasium Peine
Gymnasium Sarstedt
Gymnasium Adolfinum
Viktoria-Luise-Gymnasium, Hameln
Albert-Schweizer-Schule (Förderschule), Hameln
Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium, Herzberg (Harz)
Copernicus-Gymnasium, Löningen
Clemens-August-Gymnasium, Cloppenburg
Franziskusgymnasium, Lingen (Ems)
Schularten
Gymnasien: 17
Realschulen: 1
Kooperative Gesamtschulen: 1
Förderschulen: 3
Klassenstufen
5. Klasse: 2
6. Klasse: 4
7. Klasse: 3
8. Klasse: 4
9. Klasse: 2
10. Klasse: 2
11. Klasse: 1
12. Klasse: 3
13. Klasse: 3
AG: 1
Die beteiligten Künstler
in alphabetischer Reihenfolge
Julia Deppert-Lang studierte an den Musikhochschulen Stuttgart und Trossingen Violine, Musiktheorie und Komposition. Ihre Kompositionsstudien setzte sie bei Prof. Hölszky am Mozarteum Salzburg fort. Anschließend wurde ihr ein Promotionsstipendium der Universität Edinburgh/Schottland im Bereich algorithmische Komposition bei Dr. Edwards sowie ein Aufenthaltsstipendium der Camargo Foundation in Cassis/Frankreich verliehen. Sie beteiligte sich an internationalen Kompositionsseminaren und Nachwuchsforen sowie europäischen Aufführungen, wie z.B. das Eröffnungsfest der Salzburger Festspiele.
Das 1986 gegründete DUO CONRADI - GEHLEN führte bei zahlreichen Konzerten u. a. Werke von John Cage und Mauricio Kagel in Ur- oder Erstaufführung auf. Bernd Gehlen lehrt an der Musikschule und an Hochschulen. Er ist Mitglied diverser Orchester und Ensembles und war als Orchester-Gitarrist an zahlreichen Rundfunk- und TV-Produktionen beteiligt. Stefan Conradi, der 1981 Preisträger beim Wettbewerb "Jugend musiziert" war, studierte Musik in Karlsruhe und Wien. Neben seiner derzeitigen Tätigkeit für einen Musikverlag spielt er in verschiedenen Ensembles. Er hat bei zahlreichen Rundfunkaufnahmen und Fernseh-Produktionen mitgewirkt.
Das Ensemble L´Art pour L´Art, dessen Besetzung sich im Bedarfsfalle aus einem festen Musikerkreis erweitert, wurde 1983 von Matthias Kaul (Schlagzeug), Astrid Schmeling (Flöte) und Michael Schröder (Gitarre) gegründet. Das Ensemble gibt weltweit Konzerte vornehmlich neuer Musik. L´Art pour L´Art befasst sich u. a. mit Musiktheater, visueller Musik und Improvisationsmusik. Das Ensemble führt "outdoor projects" und andere Workshops durch. In Winsen/Luhe und Schreyahn leitet L´Art pour L´Art Kinderkompositionsklassen.
2001 erhielt Dennis Frehse ein Stipendium vom renommierten Berklee College of Music in Boston/USA. Dort hatte er die Gelegenheit bei Größen wie Joe Lovano, Hal Crook und Dave Samuels zu studieren. Musikalische Reisen führten ihn u. a. nach Japan, Frankreich, Spanien, Tschechien und Luxemburg. Neben diversen Konzerten auch mit Branford Marsalis und Mark Murphy, nahm der Percussionist bereits zwei CDs auf und erhielt mehrere Auszeichnungen, z.B. beim Landes- und Bundeswettbewerb "Jugend Jazzt" 1998 und 1999 sowie den "Quincy Jones Award" 2003 in Boston.
Mikhail Honesseau studierte klassisches Ballett und modernen Tanz an der International Ballet Akademie de Paris und der Schola Cantorum in Paris. Er beteiligte sich an diversen Engagements z.B. der Opera Lyon und dem Folkwang-Tanzstudio. Als freischaffender Tänzer, Choreograph, Regisseur und Darsteller wirkte er an zahlreichen Tanz-, Musik-, Theater- und Schauspielproduktionen mit. Seit 1997 präsentiert er eigene Choreographien im In- und Ausland. An der Hochschule der Künste, Tanzfabrik und ETAGE Berlin sowie der Bauhaus Bühnenwerkstatt in Dessau unterrichtet Mikhail Honesseau als Dozent.
Benjamin Lang studierte Komposition, Musiktheorie/Hörerziehung und Dirigieren. Er leitet verschiedene Chöre und dirigiert Chor- und Orchesterkonzerte. Neben Kompositionen und Veröffentlichungen erhielt er mehrere Auszeichnung wie z.B. ein Stipendiat der University of Edinburgh. Benjamin Lang komponiert für Stadttheater und Ensembles. Seine Werke wurden auf internationalen Festivals aufgeführt, u. a. dem Eröffnungsfest der Salzburger Festspiele oder der ArtGenda Biennale in Stockholm. Als Dozent für Neue Musik und Lehrbeauftragter für Komposition und Musiktheorie ist an mehreren Musikhochschulen in Deutschland tätig.
Diego Leon studierte Pantomime bei Marcel Marceau in Paris. Bei Wolfgang Mehring und Janine Grillon erhielt er eine weitere Ausbildung u. a. in Schauspiel, Theater, Regie, Bühnenarchitektur, Kostüm und Maskenbau. Diego Leon beteiligte sich an internationalem Pantomimentheater und zahlreichen Schauspielproduktionen. Im Auftrag des Goetheinstituts baute er von 1970 bis 1972 in Casablanca eine Theaterschule auf. 1976 folgte er einem Ruf der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und hatte bis zum Jahre 2000 einen Lehrstuhl für Körpersprache, Sprachtheater und Projektleitung inne. Seit 2001 arbeitet er als freier Theaterpädagoge mit Schülerklassen u. a. in Braunschweig und Hannover.
Der Australier Thomas Meadowcroft studierte Komposition, Musikwissenschaft und Saxophon in den USA und Queensland. Er wurde u. a. mit dem Stipendium der Villa Aurora in Los Angeles und der Cité Internationale des Arts in Paris ausgezeichnet. ThomasMeadowcroft spielt elektronische Orgel und tritt als Solist aber auch in verschiedenen Bands und Besetzungen auf. Seine Kompositionen wurden auf vielen Festivals Neuer Musik im In- und Ausland aufgeführt. Er hält Vorträge und Seminare an verschiedenen Universitäten.
Martin Dehning (Violine), Jutta Rübenacker (Violine), Friederike Koch (Viola) und Sabine Pfeiffer (Violoncello) gründeten 1984 das Nomos-Quartett, das bereits zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben gewann. Heute zählt das Ensemble durch seine internationale Konzerttätigkeit, Rundfunk- und CD-Produktionen zu den bedeutenden Streichquartetten Europas. Sein Profil gewinnt das Nomos-Quartett aus dem Brückenschlag zwischen der tradierten Quartett-Literatur und der neuesten Musik.
2005 wurde von Christiane Kumetat (Violine), Susanne Schulz (Violine), Johanna Geith (Viola) und Willem Schulz (Cello) das Streicherquartett open string quartet gründet. Die Quartettmitglieder spielen ebenso in diversen weiteren Bands, Orchestern und Kammer-musikensembles. Christiane Kumetat ist als Dozentin an der Universität Osnabrück tätig. Susanne Schulz komponiert und war an Rundfunkaufnahmen beteiligt. Johanna Geith gibt zudem Instrumentalunterricht und Willem Schulz entwickelte spartenübergreifende Projekte, Kompositionen sowie Performances.
Tatjana Prelevič studierte Klavier und Komposition an der Musikhochschule in Titograd/Belgrad. Sie beendete 1987 ihr Studium mit Auszeichnung und setzte mit einem Stipendium des DAAD ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Hannover fort. Tatjana Prelevič wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, ist Mitglied mehrerer Ensembles und lehrt seit 1996 als Jungprofessorin an der HMT Hannover.
Die Band schultzing ist Preisträger vom "JazzN-Wettbewerb 2006" der LAG Jazz Niedersachsen und "V Concurso International de Intérpretes de Jazz 2006/Granada". Zu dem jungen Quintett gehören Stefan Schultze (Klavier/Komposition), die Sängerin Hanna Jursch, Peter Ehwald (Saxofon), Perter Schwebs (Bass) und Timo Warnecke (Schlagzeug). Die Bandmitglieder waren auf internationalen Festivals im In- und Ausland zu hören. 2006 erschien ihre aktuelle CD "leises lauschen".
Willem Schulz ist freischaffender Komponist und Musiker (Cello), dessen Schwerpunkte in der spartenübergreifenden und ganzheitlichen Aktionskunst der Neuen Musik liegen. Als Solist und Mitglied verschiedener Gruppen ist er im In- und Ausland vertreten. Ebenfalls übernahm er die Leitung der "arche nova" und der "Diagonale Bielefeld". Als Dozent arbeitete er u. a. an der Laborschule Bielefeld, Universität Hildesheim und Universität Bielefeld. 2001 erhielt Willem Schulz den Kulturpreis des Landschaftsverbandes Osnabrück und 2002 ein Künstlerstipendium des Landes Niedersachsens.
Angelina Soller studierte Schulmusik, Gesang und Klavier in Freiburg. Als Konzertsängerin ist sie in verschiedenen musikalischen Bereichen tätig. Ihre Aktivitäten führten sie auch mit Ensembles wie "oh-ton" und "L´Art pour L´Art" zusammen. Sie arbeitet als Musikpädagogin und Chorleiterin mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In Zusammenarbeit mit Schulen entwickelt sie Konzeptionen zur Vermittlung traditioneller und zeitgenössischer musikalischer Stil- und Ausdrucksmittel.
Lenka Župková ist Finalistin des Wettbewerbs "Musica Nova 2006" in Prag für elektro-akustische Musik. Sie spielt Geige, E-Violine und Bratsche und tritt als Solistin mit verschiedensten Formationen auf, z.B. das Ensemble Megaphon, welches sie leitet. Sie komponierte Bühnenmusik für unterschiedliche Stadttheater und konzipiert interdisziplinäre Projekte. Ihre künstlerischen Tätigkeiten liegen in der Auseinandersetzung mit Klangkunst, zeitgenössischer Musik, Live-Elektronik, Jazz und tschechischer Folklore. Lenka Župková wirkte an TV- und Rundfunkauftritten mit und unternahm Konzertreisen im In- und Ausland.
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