Stellvertretender GEW-Landesvorsitzender Strohschein: Populistische Stammtischparolen helfen nicht!
Eine deutliche Absage erteilte der stellvertretende niedersächsische GEW-Vorsitzende Michael Strohschein in einem Gespräch mit tagesschau.de populistischen Stammtischparolen und –rezepten mancher Politiker und Politikerinnen nach dem Hilferuf der Berliner Rütli-Hauptschule.
05.04.2006 Niedersachsen Pressemeldung GEW NiedersachsenDurch Maßnahmen wie "Schularrest" und "Schnupperknast" würden Jugendliche kriminalisiert. Auch bestehe die Gefahr, dass ihre Anerkennung in einem problematischen Umfeld durch diese Strafen nur wachse. Im pädagogischen Alltag gelte das Prinzip: Keine Toleranz für Regelverletzungen. Genau so wichtig sei aber auch der Abbau von Diskriminierung jeder Art. Hier müsse die Politik Rahmenbedingungen schaffen. Schulsozialarbeit und der Einsatz zusätzlicher Lehrkräfte mit entsprechenden Fremdsprachenkenntnissen seien unabdingbare Voraussetzungen für Integration.
Die Förderung von Deutschkenntnissen vor der Einschulung sei ein richtiger Ansatz; die Probleme vieler Schülerinnen und Schüler und Familien reichten jedoch weiter: Armut, Aggression, kulturelle Differenzen.
Hauptschülerinnen und –schüler würden zu immer größeren Anstrengungen für einen Abschluss aufgefordert, der immer weniger wert sei. Weil kein einziger Jugendlicher aufgegeben werden dürfe, könne man sich ein Bildungssystem nicht länger leisten, das nur auf Auslese setze.
Strohschein: "Die spezielle Förderung Benachteiligter hat deshalb allemal eine Zukunft, die Hauptschule als eigenständige Schulform aber immer weniger."
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