Stopp mit weiteren Schulschließungen in Bayern

Für den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) steht fest: In Bayern dürfen keine weiteren Schulen mehr geschlossen werden. "Die Folgen wären nicht nur für die Schüler eine Katastrophe, sondern auch für jede betroffene Gemeinde", erklärte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Weitere Schulschließungen, die die demografische Entwicklung und das sich wandelnde Übertrittsverhalten nach sich ziehen, können nach Auffassung des BLLV mit Hilfe einer "regionalen Schulentwicklung" verhindert werden. Sie erlaubt den Gemeinden flexible, wohnortnahe und attraktive Lösungen, die Formen der Integration und Kooperation zwischen Schulen ermöglichen.

19.05.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Bei der 51. Landesdelegiertenversammlung des BLLV in Würzburg votierten die rund 500 Delegierten einstimmig für den entsprechenden Leitantrag, dessen Grundideen der gestern zum BLLV-Ehrenpräsidenten ernannte Albin Dannhäuser bereits vor 25 Jahren entwickelt hat. Wenzel kündigte an: "Der BLLV wird den Prozess weiterhin kritisch begleiten und seine Kompetenz einbringen. Fest steht: Mit einer zentralen Bildungsplanung können wir künftig den unterschiedlichen lokalen Bedingungen und Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden."

Im Kern sieht der Leitantrag die "Übertragung von Gestaltungskompetenzen über äußere Schulentwicklung an einen regionalen Schulausschuss" vor. Danach soll der Schulausschuss für die Jahrgangsstufe eins bis zehn über die äußere Organisation der Schule, flexible Formen der Integration und Kooperation zwischen Schulen, die Ausstattung und die Finanzierung entscheiden. Der Schulausschuss besteht aus Vertretern der Sachaufwandsträger, Schule, Schulaufsicht und stimmt sich mit Eltern, Schülern, sowie der lokalen Wirtschaft ab. Schulleiter und Kollegium entscheiden über pädagogische und didaktische Fragen und über die innere Schulorganisation. "Ist ein organisatorisches und pädagogisches Gesamtkonzept erarbeitet, legen es Schulausschuss und Schule dem Kultusministerium zur Genehmigung vor, das für die Zulassung zuständig ist. Die staatliche Verantwortung für die Schule und die darin Beschäftigten bleibt dadurch unberührt", heißt es in dem Leitantrag.

Die so entwickelten Schulen (Regionale Modellschulen, RMS) müssen für alle Beteiligten attraktiv sein. Sie bieten den Hauptschul- und den Mittleren Schulabschluss an. Anschlüsse an eine berufliche Ausbildung oder an weiter führende Schulen, wo eine Fachhochschul- bzw. Hochschulreife erworben werden kann, sind gesichert. Wenzel: "Auf diese Weise kann der derzeit herrschende Übertrittsdruck an Grundschulen abgebaut werden." Die Regionalen Modellschulen gestalten im Rahmen der KMK-Bildungsstandards Fächer, Lernfelder und Ausbildungsrichtungen mit einem lokalen Profil, sie öffnen sich für Lernerfahrungen an außerschulischen Lernorten und mit fachlichen Experten und gewährleisten mit kleinen Lerngruppen, einer flexiblen Organisation des Unterrichts durch Modularisierung, neuen Formen der Leistungsmessung und gezielter Förderdiagnostik eine optimale individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler. Die Schule kann als Ganztagsschule organisiert werden.

Wenzel stellte klar, dass für die Umsetzung der Regionalen Modellschule "Geld in die Hand genommen" werden muss. Erforderlich sind ausreichend Lehrerpersonal und pädagogisches Fachpersonal, sowie Mittel für die räumliche und sächliche Ausstattung. Außerdem müsse sich die Lehrerbildung auf die neuen Formen des Lernens und der Leistungsmessung einstellen.


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