Strukturreform braucht Vollversorgung
Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) befürchtet, dass der Start der Realschule plus im Jahr 2009 gleich mit einem Defizit bei der Unterrichtsversorgung belastet sein wird. Denn schon für das laufende Schuljahr konnte die Lehrerversorgung an den Realschulen und Dualen Oberschulen im Land kaum verbessert werden. Noch immer fallen 2,5 % des Unterrichts "planmäßig" aus. Dazu kommen kurzfristige Ausfälle aufgrund von Erkrankungen oder Klassenfahrten. Wer Qualität will, muss aus dem Defizit herauskommen und endlich schwarze Zahlen schreiben.
04.11.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Verband Reale BildungDer VDR-Vorsitzende Bernd Karst kritisiert, dass durch die Landesregierung zunehmend "Patchworkunterricht" initiiert wird. Den im Projekt Erweiterte Selbständigkeit (PES) von den Schulen zur Vertretung eingestellten Lehrkräften fehlt sehr häufig eine vollständige Lehrerausbildung. Außerdem sind sie oft wieder weg, bevor sie sich eingearbeitet haben. Sie dürfen auch Inhalte unterrichten, die dem ausfallenden Fach nicht entsprechen. Darüber hinaus stellt die Schulbehörde zur Verringerung des Stundendefizits Lehrkräfte mit befristeten Angestelltenverträgen ein, also ebenfalls nur Lehrer auf Zeit. Schüler müssen mit "Bildungsmosaiken" zurechtkommen, die von "Patchworklehrern" statt von festen Bezugspersonen vermittelt werden. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Unterrichts- und Erziehungsqualität.
Der VDR fordert die Umwandlung der Mittel für Vertretungsunterricht in Beamtenstellen. Der Verband bekräftigt seine Forderung nach einer Versorgung von 105 %, die es den Schulen ohne bürokratischen Aufwand ermöglichen würde, tatsächlich flexibel auf kurzfristige Ausfälle zu reagieren.
Der Realschullehrerverband befürchtet mittelfristig einen katastrophalen Fachlehrermangel insbesondere für die Fächer Physik und Mathematik und verlangt eine Nachwuchsinitiative. Im Kampf um die besten Lehrkräfte muss das Land konkurrenzfähig bleiben.
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