Künstliche Intelligenz in der Schule: „Der Normalfall kämpft noch mit KI“
Verlernen Kinder und Jugendliche durch KI-Nutzung das Denken? Sicher ist: Künstliche Intelligenz in der Schule ist ein polarisierendes Thema. Für die neueste Folge des didacta-Bildungspodcast hat Moderatorin Anna Petersen deshalb eine Digitalexpertin eingeladen: Ulrike Cress ist Direktorin des Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen.
21.05.2026 Bundesweit Artikel Anna PetersenWie wichtig geeignete Lern-Tools sind, welche Kompetenzen junge Menschen im Umgang mit KI dringend brauchen und wie sich die Rolle der Lehrkraft verändert, sagt die Lernforscherin im Podcast. Dabei verdeutlicht sie: Ein Kind, das sich schlecht selbst regulieren kann, ist von ChatGPT und Co. „völlig überfordert“.
Das Gespräch führte Anna Petersen am 11. Mai 2026.
Anna Petersen: Frau Prof. Cress, KI ist ja mittlerweile keine ganz neue Entwicklung mehr. Dennoch wird sie aktuell sehr intensiv im Bildungskontext diskutiert. Wie würden Sie denn den Status quo beschreiben? Also, welche Rolle spielt KI an deutschen Schulen?
Prof. Ulrike Cress: KI ist ein Thema, das jetzt seit drei, vier Jahren aktuell ist, seit ChatGPT auf den Markt kam. Ist für Bildung eine kurze Zeit, aber es hat sich schon sehr, sehr viel verändert. Das heißt, KI ist eigentlich ein Stück weit Alltag geworden. Es wird täglich genutzt, es wird in unterschiedlichem Maße genutzt. Das heißt, es ist noch sehr viel Unsicherheit bei den Lehrkräften. Wie darf ich es nutzen, wie kann ich es nutzen? Wir haben Tools, die auch in der Schule angekommen sind. Wir haben Umgang stärker mit datenschutzkonformen Tools, die in der Schule da sind, die aber noch nicht das Spektrum haben, das sie eigentlich können sollten.
Hier können Sie die aktuelle Folge des didacta-Podcasts anhören:
Wir haben die ersten Konzepte auch für Fachunterricht, die KI nutzen. Aber es ist natürlich nicht der Normalfall. Das heißt, der Normalfall kämpft noch mit KI. Der Normalfall kämpft damit zu sagen: Was heißt das für Hausaufgaben? Was heißt das für Prüfungen? Was heißt das für Unterricht? Man sieht sehr viel Potenzial. Das heißt, die Sorgen sind kleiner wie die Hoffnungen. Aber sie sind natürlich schon da. Was macht das mit Lernen? Was macht das mit unserer Lernkultur? Das sind berechtigte Fragen, die wir stellen müssen und auf die wir sicher im Laufe des Interviews auch noch kommen werden. […]
Das komplette Gespräch finden Sie auf Spotify, Apple, Podcast.de und Deezer.
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