Frühjahr 2015

Testmarathon an Bayerns Schulen

Vera, PISA, TIMSS, Orientierungsarbeiten, IQB-Ländervergleich - Bayerns Schülerinnen und Schüler müssen in der ersten Jahreshälfte vor allem eines: Prüfungen schreiben. Der "Testmarathon" zieht sich von Februar bis Juni 2015.

12.01.2015 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Ver"Das zweite Schulhalbjahr ist zweifellos ein ´Testjahr`. Nichts gegen sinnvolle Tests, wenn aus den Ergebnissen die richtigen Schlüsse gezogen und hilfreiche Förderangebote unterbreitet werden", erklärte Klaus Wenzel, der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), heute in München. Bislang habe es nach den Veröffentlichungen solcher Testergebnisse allerdings wenig tiefgreifende Reformen gegeben. Im Gegenteil: "Gerade die bayerische Schul- und Bildungspolitik verharrt seit Jahren in einer gewissen Starre. Sie wird kaschiert mit einem Aktionismus, der im Wesentlichen für Unruhe sorgt und weder Schülern noch Lehrkräften konkrete Hilfen bringt", kritisierte er.

"In der Schule sollte es nicht nur um ein permanentes Monitoring, sondern vor allem um Menschenbildung gehen", betonte Wenzel. "Schülerinnen und Schüler brauchen Zeit für Vertiefung, Anwendung und Reflexion. Sie sollten nicht permanent durch Test-Torturen gestört werden." Auch Lehrkräfte müssten dringend entlastet werden: "Für sie bedeutet jeder Test einen immensen Mehraufwand. Viele Schulen bringt das angesichts der personellen Unterversorgung an die Grenze des Machbaren."

Die Bedürfnisse junger Menschen und das, was sie tatsächlich brauchen, spiele im schulischen Alltag eine immer noch untergeordnete Rolle. "So ist es trotz der zahlreichen Tests den Lehrkräften bis heute kaum möglich, alle Schülerinnen und Schüler individuell und gezielt zu fördern - obwohl sie dies gerne tun würden und als eine ihrer wichtigsten Aufgaben ansehen", sagte Wenzel.
Die Bildungsungerechtigkeit sei in Bayern unverändert hoch, was regelmäßig von Studien belegt werde. Mit anderen Worten: "Die Testeritis wird zwar mit einem riesigen personellen und finanziellen Aufwand betrieben, unterm Strich kommt aber für die am Schulleben Beteiligten wenig heraus." Wenzel ist der Überzeugung, dass die Bundesrepublik und das Land Bayern "weniger ein Erkenntnis- sondern vielmehr ein Umsetzungsproblem" haben. "Erkennbare Verbesserungen sind jedenfalls bis zum heutigen Tag ausgeblieben."


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