Übergänge auf weiterführende Schulen zum Schuljahr 2010/11
Bei den Übergängen von der Grundschule auf weiterführende Schulen bestand in Baden-Württemberg durch die Einführung der Werkrealschule zum Schuljahr 2010/11 erstmals die Wahl zwischen Werkreal-/Hauptschule, Realschule und Gymnasium.
29.12.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-WürttembergWie das Statistische Landesamt mitteilt, wechselten zum Schuljahr 2010/11 von den knapp 105 000 Viertklässlern 1] an den Grundschulen in Baden-Württemberg 24,3 Prozent auf eine Werkreal-/Hauptschule; dies waren 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Realschulen blieben mit 33,9 Prozent fast genau auf Vorjahresniveau. Die Übergangsquote auf die Gymnasien stieg noch einmal leicht an auf 40,7 Prozent (Vorjahr 40,2 Prozent). Damit hat sich Trend der letzten Jahre in moderater Form weiter fortgesetzt.
Vor 30 Jahren (1980) war die Hauptschule mit einer Übergangsquote von 41 Prozent noch die eindeutig vorherrschende Schulart, auf eine Realschule wechselten 25 Prozent, auf ein Gymnasium 29 Prozent der damaligen Viertklässler. 15 Jahre später (1995) war die Hauptschule mit einem Anteil von 37 Prozent zwar immer noch die stärkste Schulart, aber Realschule und Gymnasium konnten bereits auf 30 bzw. 31 Prozent zulegen. Seither sind die Übergangsquoten auf das Gymnasium von Jahr zu Jahr gestiegen und gleichzeitig die Quoten auf die Hauptschule gesunken.
Das Übergangsverhalten zwischen deutschen und ausländischen Schülern fiel zum Schuljahr 2010/11 erwartungsgemäß wieder sehr unterschiedlich aus. Von den gut 92 700 deutschen Viertklässlern, die eine Grundschulempfehlung erhalten hatten, wechselten 21 Prozent auf eine Werkreal-/Hauptschule, 35 Prozent auf eine Realschule und 43 Prozent auf ein Gymnasium. Von den gut 11 800 ausländischen Viertklässlern, die eine Grundschulempfehlung erhalten hatten, wechselten dagegen 49 Prozent auf eine Werkreal-/Hauptschule, 27 Prozent auf eine Realschule und 22 Prozent auf ein Gymnasium.
Zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen existierten weiterhin große regionale Unterschiede. So schwankten bereits die Grundschulempfehlungen "Werkrealschule, Hauptschule" zwischen 15,5 Prozent im Stadtkreis Heidelberg und 33,5 Prozent im Stadtkreis Heilbronn. Eine Grundschulempfehlung "Werkrealschule, Hauptschule oder Realschule" wurde mit 20,7 Prozent am seltensten in Freiburg im Breisgau ausgesprochen, am häufigsten mit 29,8 Prozent im Landkreis Emmendingen. Den Besuch des Gymnasiums ermöglicht hätten im Stadtkreis Heilbronn 38,8 Prozent der Empfehlungen, in Heidelberg dagegen 62,5 Prozent.
Die tatsächlichen Übergangsquoten auf die Werkreal-/Hauptschule streuten zwischen 11,9 Prozent im akademisch geprägten Stadtkreis Heidelberg und 31,8 Prozent im Landkreis Waldshut. Auf eine Realschule wechselten von den Viertklässlern zwischen 18,3 Prozent in Heidelberg und 42,7 Prozent im Hohenlohekreis. Die Übergangsquoten auf das Gymnasium waren mit 29,2 Prozent im Hohenlohekreis am niedrigsten und mit 59,5 Prozent im Stadtkreis Heidelberg am höchsten.
Diese großen Differenzen gehen aber nur zum Teil auf unterschiedliche Empfehlungen der Grundschulen zurück. Oft weichen auch die Elternwünsche von der Grundschulempfehlung ab. Landesweit hätte laut Grundschulempfehlung fast jeder zweite Viertklässler (49,8 Prozent) ein Gymnasium besuchen können; 17,7 Prozent der Eltern verzichteten aber auf die Option Gymnasium (Vorjahr 17,1 Prozent). Andererseits erhielten 25,1 Prozent der Viertklässler die Empfehlung "Werkrealschule, Hauptschule". Damit waren 22,8 Prozent der Eltern nicht einverstanden (Vorjahr 25,5 Prozent). Der Grundschulempfehlung "Werkrealschule, Hauptschule oder Realschule" stimmten über 90 Prozent der Eltern zu.
1] Anzahl der Viertklässler an Grundschulen nach Abschluss der Aufnahmeverfahren 2010.
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