Übertrittsnoten abschaffen

Mit Blick aufs Zwischenzeugnis, das am kommenden Freitag in den bayerischen Schulen verteilt wird, erneuert der Bayerische Elternverband seine langjährige Forderung nach Abschaffung der Übertrittsnoten.

13.02.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Leistungsbewertung, egal ob als Ziffernnote oder als Wortgutachten, sei keineswegs objektiv und dürfe nicht über den Lebensweg eines Kindes entscheiden, sagte Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des BEV. "Noten sind relativ", sagte Zacharias. "Sie hängen vom Niveau der Klasse ab, vom Einzugsgebiet der Schule und natürlich von der Qualität des Unterrichts; die Leistungsfähigkeit eines Kindes ist für die Noten nicht entscheidend."

Es sei daher in höchstem Maße ungerecht, wenn Noten im Zeugnis der 4. Klasse den Zugang zu Gymnasium und Realschule regelten. Wie sich ein Kind entwickeln werde, könne man dem Zehnjährigen nicht mit letzter Sicherheit ansehen. Studien belegten aber, dass Eltern besser einschätzen können als Lehrer, welche Schulform für ein Kind geeignet sei, weil Eltern ihr Kind eben doch erheblich länger und besser kennen. Geradezu als Hohn müssten es Eltern empfinden, wenn ihnen der Kultusminister nahelege, Noten nicht so wichtig zu nehmen. "Mittlerweile bekommen nur noch Abiturienten einigermaßen zuverlässig wenigstens einen Ausbildungsplatz - und da sollen Eltern ihr Kind freiwillig auf die Hauptschule schicken?"

Der Druck auf Kinder, Eltern und Lehrer in der Grundschule sei unverantwortlich. Es sei kein Wunder, dass die Eltern gelegentlich hysterisch auf schlechte Noten reagierten, schließlich gehe es um die Lebenschancen ihrer Kinder. "Die Übertrittsnoten gehören abgeschafft", sagte Zacharias. Eltern müssten frei wählen können, welche Schule ihr Kind besuchen soll. Falsche Entscheidung müssten schließlich Eltern und Kinder ausbaden. "Die Suppe, die wir auslöffeln müssen, wollen wir uns wenigstens selbst einbrocken."


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