Gymnasialeltern

Übertrittszahlen beweisen Ablehnung der Haupt- und Mittelschule

Die neuen Übertrittszahlen zeigen, dass bei den Eltern angekommen ist, was bayerische Bildungspolitiker negieren: Ohne mindestens einen mittleren Schulabschluss sind die Berufs- und Lebenschancen unserer Kinder in der hoch technisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts miserabel.

15.06.2010 Pressemeldung Gymnasialeltern Bayern e. V.

Die heute veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung beweist die von den Eltern gefühlte Realität: die Mittelschicht schwindet, Unter- und Oberschicht wachsen. Dass ein Aufstieg in die Oberschicht mit einem Hauptschulabschluss schwierig sein dürfte, ist offensichtlich, und der Abstieg in sozial schwache Verhältnisse für die Eltern ein Schreckgespenst. Daran werden noch so viele Schräubchen, die an der Hauptschule gedreht werden, nichts ändern. Die Eltern stimmen mit den Füßen ab, die Hauptschule wird sich von selbst abschaffen.

Es ist lebensfremd, wenn die Verbände der Realschul- und Gymnasiallehrer den Anstieg der Übertrittszahlen auf eine Lockerung der Übertrittsregeln zurückführen und nach deren Verschärfung schreien, ungeachtet der jetzt schon desaströsen Verhältnisse in den Grundschulen.

Zum einen wurden nur die Übertrittsregeln für das Gymnasium minimal gelockert, für die Realschule wurde lediglich die Beratungspflicht abgeschafft. Zum anderen führt eine Verschärfung bestenfalls zu mehr Stress und Tränen bei den Viertklässlern, und ist außerdem zynisch: Kinder zwangsweise in die Hauptschule einzugruppieren, für deren Abgänger es längst nicht mehr in ausreichender Zahl Berufe gibt, verstößt gegen Grund- und Menschenrechte.

Da der Anstieg der Übertrittszahlen den gesellschaftlichen Umständen geschuldet ist, und sich ohnehin nicht verhindern lässt und auch nicht verhindert werden darf, fordern wir

  • die Freigabe des Elternwillens wie in anderen Bundesländern und
  • die Zulassung alternativer Schulmodelle, wie Sie von vielen bayerischen Gemeinden beantragt und vom Kultusministerium samt und sonders abgelehnt wurden.

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