Ungereimtheiten oder schön gerechnet?

Im Zusammenhang mit der Unterzeichnung des Ausbildungspaktes 2005 sind einige Zahlen veröffentlich worden, die beim ersten Überblick ein ausgeglichenes Angebot an Ausbildungsstellen suggerieren.

01.06.2005 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

Bei näherer Betrachtung ergeben sich allerdings für uns einige Ungereimtheiten:

In diesem Schuljahr verlassen laut statistischen Angaben des Thüringer Kultusministeriums 31 316 Schülerinnen und Schüler die Schule. Im Pakt werden aber nur 30 700 als Bewerber bis Dezember 2005 erwartet. Unklar ist, ob bei dieser Bewerberzahl (30 700) auch die ca. 11 000 sogenannten "Altnachfrager" enthalten sind. Das sind Schülerinnen und Schüler, die derzeit in den berufsvorbereitenden Maßnahmen sind, wie Berufsvorbereitungsjahr (Ziel: Hauptschulabschluss mit beruflicher Orientierung) und Berufsfachschule nicht berufsqualifizierend (Ziel: Realschulabschluss mit einer beruflichen Orientierung).

Dazu kommt, dass erneut 10 120 Ausbildungsstellen, fast ein Drittel des Angebotes, von vornherein berufsvorbereitende Maßnahmen sind, also keine Maßnahmen für die Ausbildung entsprechende dem Berufsbildungsgesetz darstellen.

Fazit: Trotz aller Bemühungen der Kammern bleiben dennoch zu viele Jugendliche ohne betriebliche Ausbildung. Wer heute nicht ausbildet, hat kein morgen keine Fachkräfte!

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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