Rheinland-Pfalz

Unterrichtsversorgung bietet gute Basis für Schulen

Die strukturelle Unterrichtsversorgung für die allgemeinbildenden Schulen liegt im laufenden Schuljahr im Schnitt bei 97,9 Prozent. Dieser Wert bezieht sich auf die für den Pflichtunterricht nach der Stundentafel und für zusätzliche Förder- und Differenzierungsangebote vorgesehenen Stunden.

29.11.2013 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Die allgemeinbildenden Schulen im Land haben damit eine gute Basis für die Erfüllung ihres Bildungsauftrags. Der Versorgungsgrad liegt in etwa auf dem Niveau des letzten Jahres. Dabei ist der Rückgang der Schülerzahlen nicht so deutlich ausgefallen wie in früheren Prognosen vorhergesagt. Und: Auch zu diesem Schuljahr wurden wieder eine Reihe pädagogischer Verbesserungen umgesetzt wie die Absenkung der maximalen Klassengrößen in weiteren Jahrgangsstufen", sagte Bildungsministerin Doris Ahnen heute bei der Vorstellung der vorläufigen Ergebnisse der Schulstatistik 2013/2014 und der in den Schulen erhobenen Daten zur strukturellen Unterrichtsversorgung der allgemeinbildenden Schulen im laufenden Schuljahr.

Am besten sei die Unterrichtsversorgung auch in diesem Schuljahr wieder bei den Grundschulen gelungen, die im Durchschnitt einen Versorgungsgrad von 98,8 Prozent verzeichneten, zugleich aber trotz zurückgehender Schülerzahlen mehr Klassen gebildet hätten, hielt die Ministerin fest. In den Realschulen plus habe der Versorgungsgrad zum Statistikstichtag bei 97,4 Prozent gelegen und in den Integrierten Gesamtschulen (IGS) bei 98,1 Prozent. In den Gymnasien sei ein Versorgungsgrad von 97,9 Prozent verzeichnet worden. Und in den Förderschulen, die ja neben Förderlehrkräften auch noch pädagogische Fachkräfte beschäftigen, liege der Versorgungsgrad im Landesdurchschnitt bei 97,3 Prozent.

Bei der Bemessung der Lehrerwochenstunden für eine Schule würden dabei in Rheinland-Pfalz – anders als in anderen Bundesländer – neben dem Pflichtunterricht nach den Stundentafeln auch noch Stunden für Differenzierungsangebote und Stundenansätze für zusätzliche Fördermaßnahmen zugrunde gelegt. "Wir wollen einerseits mit einer guten Unterrichtsversorgung ein möglichst attraktives Bildungsangebot sichern und zugleich zukunftsweisende pädagogische Weiterentwicklungen umsetzen. Dabei sollen auch über den Pflichtunterricht hinausgehende Zusatzangebote ermöglicht werden. Es muss allerdings sichergestellt sein, dass die verpflichtenden Stundentafeln bei den Stundenverteilungen in den Schulen eindeutig oberste Priorität haben", sagte Doris Ahnen.

Zur Sicherung der Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2013/2014 seien in den allgemeinbildenden und in den berufsbildenden Schulen zusammen rund 1.000 Lehrkräfte neu eingestellt worden, so die Ministerin weiter. Zum offiziellen Schuljahresbeginn am 1. August seien dabei von der Schulaufsicht in der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) 893 Einstellungen in Dauerbeschäftigungsverhältnissen vorgenommen worden. Im Rahmen des Seiteneinsteigerprogramms hätten zudem zum Schuljahresbeginn drei Hochschulabsolventen mit Bedarfsfächern für den Schuldienst gewonnen werden können. Speziell für die berufsbildenden Schulen seien außerdem noch insgesamt 75 Einstellungen – zum Großteil zum 1. November, teilweise aber auch bereits im Vorgriff auf das neue Schuljahr im Mai – erfolgt. Auch seien für das laufende Schuljahr 11 weitere Lehrkräfte für die Ausbildung zum Fachlehrer eingestellt worden.

"100 der zum Schuljahresbeginn erfolgten Einstellungen dienten dabei der Aufstockung des Vertretungspools mit verbeamteten Lehrkräften. Der Pool umfasst mittlerweile 300 Vollzeitstellen und soll durch den neuen Doppelhaushalt, der demnächst verabschiedet wird, um weitere 500 Stellen erweitert werden", sagte Doris Ahnen. 2016 solle der Vertretungspool dann 1.000 Stellen umfassen. Einstellungen in den Vertretungspool erfolgen auf unbefristeten Beamtenstellen, sind aber mit der Maßgabe verbunden, dass die Stelleninhaber bereit sind, für drei Jahre an mehreren Schulen eingesetzt zu werden bevor sie dann fest einer einzelnen Schule zugewiesen werden.

Die Daten zur strukturellen Unterrichtsversorgung der Schulen hingen aber nicht nur von den Einstellungen von Lehrkräften, sondern ganz wesentlich auch von den Entwicklungen der Schülerzahlen ab. Mit knapp 425.000 Schülerinnen und Schülern besuchten im laufenden Jahr rund 8.000 Kinder und Jugendliche weniger als im Vorjahr die allgemeinbildenden Schulen (einschließlich der mit Realschulen plus verbundenen Fachoberschulen). Mit Ausnahme der noch im Aufbau befindlichen Integrierten Gesamtschulen treffe der Schülerrückgang dabei alle Schularten. Das Minus falle allerdings geringer aus als in früheren Prognosen erwartet. Veränderungen in der erwarteten Richtung zeigten sich bei den Klassenzahlen der Schulen und den durchschnittlichen Klassengrößen. Während die Klassenzahlen entsprechend der insgesamt sinkenden Schülerzahlen in den weiterführenden Schulen – mit Ausnahme der noch aufwachsenden IGSen – zurückgingen, lasse in den Grundschulen die auf einen weiteren Jahrgang ausgedehnte Absenkung der Klassenmesszahl trotz sinkender Schülerzahlen die Zahl der Klassen steigen. "Dies ist nicht nur ein Beitrag zur Erhaltung von Grundschulstandorten in der Fläche, sondern auch ein weiterer Beitrag zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Mit der Fortführung des Stufenplans zur weiteren Senkung der maximalen Klassengröße in den Orientierungsstufen von Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen werden sich die Bedingungen auch in den weiterführenden Schulen weiter verbessern", merkte die Bildungsministerin an.

Doris Ahnen unterstrich abschließend: "Die Landesregierung wird auch weiterhin alles dafür tun, die Schulen gut auszustatten und ihre Leistungsfähigkeit zu sichern. Dass dies gut gelingt, hat zuletzt im Oktober der Ländervergleich für Neuntklässlerinnen und Neuntklässler in Mathematik und den Naturwissenschaften gezeigt. Nachdem die Schülerinnen und Schüler aus dem Land schon 2010 bei dem Ländervergleich für den sprachlichen Bereich gut abgeschnitten hatten, gelang Rheinland-Pfalz jetzt als einzigem westlichen Bundesland – neben Bayern – der Sprung in die Spitzengruppe der Länder."

Ergänzende Information:

Die Zahlen zur strukturellen Unterrichtsversorgung der berufsbildenden Schulen werden auf Grund des erst im Herbst beginnenden Ausbildungsjahres immer deutlich später erhoben als die Zahlen für die allgemeinbildenden Schulen. Die Auswertungen liegen voraussichtlich erst Mitte Dezember vor. Die endgültigen Ergebnisse der amtlichen Schulstatistik werden Anfang 2014 vom Statistischen Landesamt veröffentlicht.

Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Unterrichtsversorgung finden sich im Internet unter: www.unterrichtsversorgung.rlp.de


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