Unterrichtsversorgung zum Schulanfang - GEW fordert deutlich mehr Planstellen anstelle von Vertretungsverträgen
Die Unterrichtsversorgung wird sich nach Erkenntnissen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rheinland-Pfalz im Vergleich zum Vorjahr nicht verschlechtern. "Ob sich jedoch die Situation an den Schulen und Schularten, bei denen es bisher Versorgungsengpässe gegeben hat, im neuen Schuljahr verbessern wird, ist derzeit noch nicht abzusehen", meinte GEW-Landesvorsitzender Klaus-Peter Hammer.
19.08.2013 Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzZwar sieht die GEW positiv, dass zum neuen Schuljahr mehr Lehrkräfte eingestellt werden als ursprünglich geplant. "Dies ist ein richtiges Signal, für eine bessere Versorgung der Schulen." Es wird laut Hammer allerdings nicht ausreichen, die strukturellen Defizite bei der Unterrichtsversorgung zu beheben, da es nach wie vor nicht genügend Planstellen gibt. Unterrichtsausfälle und -engpässe blieben somit vorprogrammiert, prognostiziert die GEW.
"Die GEW wünscht sich zum Schulstart, dass die Schulen in Rheinland-Pfalz die Lehrkräfte erhalten, die sie brauchen, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Dies sind nicht Vertretungskräfte mit befristeten Verträgen, sondern voll ausgebildete Lehrkräfte, die in einem festen Beschäftigungsverhältnis arbeiten und eine klare Zukunftsperspektive haben," sagte Hammer. Trotz einiger Fortschritte schaffe es die Politik bisher aber nicht, hier kurzfristig bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. "Wer Kürzungen am Bildungsetat und bei der Lehrkräftebesoldung beschließt, kann nicht gleichzeitig grundlegende Verbesserungen für die Schulen erzielen", kritisierte der GEW-Landesvorsitzende"
Ein besonderes Problem sieht die Gewerkschaft durch den drohenden Mangel an Erzieherinnen und Erziehern auch auf die Schulen zukommen. "Pädagogische Fachkräfte werden insbesondere in den Förder- und den Schwerpunktschulen zur Arbeit mit körperlich, geistig oder in ihrer Lernfähigkeit beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern eingesetzt. Wenn es zu wenig Erzieherinnen und Erzieher gibt, wirkt sich dies auch auf die Schulen aus", warnte der GEW-Landesvorsitzende. Hammer verwies darauf, dass in den berufsbildenden Schulen derzeit Bewerberinnen und Bewerber für den ErzieherInnenberuf abgewiesen werden müssen, weil das Land aufgrund fehlender Fachlehrkräfte nicht genügend zusätzliche Klassen bilden kann. Ebenso müssen Anstrengungen unternommen werden, mehr Förderlehrkräfte zu qualifizieren. Leider hat das Land bisher noch keine erkennbaren Maßnahmen aufgegriffen, um dagegen vorzugehen. Nach wie vor schwierig ist die Versorgung der Schulen mit Fachlehrkräften mit sogenannten Mint-Fächern und mit den Fächern Gesundheit und Technik an der Fachoberschule der Realschule plus.
"Die Sparmaßnahmen der Landesregierung verschlechtern jetzt schon erkennbar die Arbeitsbedingungen an Schulen", sagte Hammer. So sei zu hören, dass die Anrechnungsstunden für Schulleiterinnen und Schulleiter an den betreuenden Grundschulen gekürzt würden sollen. "Wer hier weiter Einsparungen vornehmen möchte, spart an der falschen Stelle. Gute Bildungseinrichtungen sind nur so gut, wie ihre Rahmenbedingungen", so der Landesvorsitzende.
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