Bayern

Unverständnis zu Einstellungssituation an Realschulen 2014

Mit großem Unverständnis reagiert die Junglehrerschaft des Bayerischen Realschullehrerverbandes auf die [Veröffentlichung der Einstellungszahlen](http://bildungsklick.de/pm/91864/bildungsminister-spaenle-wir-koennen-ueber-3800-lehrkraefte-fuer-die-staatlichen-schulen-in-bayern-im-kommenden-schuljahr-neu-anstellen/) für das kommende Schuljahr.

17.07.2014 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Wie das Kultusministerium mitteilt, erhalten im Herbst nur rund 230 neue Lehrkräfte einen dauerhaften Platz an einer staatlichen Realschule. Das bedeutet bei einer aktuellen Schätzung von mehr als 2300 Bewerbern eine Einstellungsquote von unter 10 Prozent. Der Bedarf an neuen Lehrkräften ist an den Schulen jedoch weiterhin ungebrochen. Deshalb nehmen die Junglehrer des brlv die Politik in die Pflicht und fordern eine Antwort, wie diese geringe Einstellungszahl zu rechtfertigen ist:

Warum?

Wartelisten wachsen ständig, reelle Chancen auf eine Stelle gibt es selbst für sehr gute Absolventen nach dem 2. Staatsexamen nicht mehr. Wir befürchten einen massiven Qualitätsverlust, aufgrund der Abwanderungen in andere Bundesländer oder Berufsbilder.

Anstellungsminimierung, da immer weniger Stellen an die Realschulen gehen. Jahr für Jahr wird die Realschule schlechter gestellt, als andere Schularten.

Rückgang der Qualität steht zu befürchten, da gute Abiturienten sich bereits nicht mehr für das Lehramt an Realschulen interessieren. Jetzt heißt es: "Es gibt ja eh keine Jobs!" In einigen Jahren werden wir die Konsequenz in Form eines Mangels Hochqualifizierter zu spüren bekommen.

Unmut nicht nur bei den Referendarinnen und Referendaren, sondern auch in den Kollegien, dass die dauerhaften Mehrbelastungen nicht endlich abgebaut werden. Köpfe sind da, Geld wäre durch die Steuermehreinnahmen da, Arbeit und Förderbedarf sind da, nur wird der Mut nicht aufgebracht, in die Zukunft zu investieren.

Mehr Einstellungen lautet demnach unsere Forderung!

Der Bayerische Realschullehrerverband appelliert mit aller Vehemenz an die Politik, sich nicht auf den "Bildungslorbeeren" auszuruhen! Jetzt ist die Zeit, das gute bayerische Bildungswesen zu einem hervorragenden auszubauen – und das geht nur über Investitionen in die Zukunft unserer Kinder! Wir jungen Lehrkräfte, die von der hohen Qualität der Realschulbildung überzeugt sind, stehen für eine weitere Optimierung des bayerischen Bildungswesens bereit. Dazu müssen wir aber auch die Chance bekommen, in unserem Job zu arbeiten. Landtag und Kabinett müssen sich bei den nun anstehenden Einstellungen wieder darauf besinnen, dass der einzige Rohstoff, den Bayern hat, die Bildung ist! Wer hier spart oder nicht bereit ist, in das gute System zu investieren, der lässt diesen einzigen Rohstoff schwinden oder sogar verfallen.


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